Kasungu-Nationalpark: Nach 25 Jahren Wilderei erholt sich der Tierbestand wieder

Der Kasungu-Nationalpark, Malawis ältestes Schutzgebiet, war einmal ein prosperierendes Ökosystem mit vielfältiger Tierwelt. Ausmaß und Art des illegalen Handels mit Wildtieren, in Kombination mit geringen, wirkungslosen Bemühungen im Bereich der Strafverfolgung in Malawi hatten verheerende Folgen für die Wildtiere des Landes. Nashorn- und Löwenpopulationen, die sich früher prächtig entwickelten, wurden vollständig vernichtet, und die Elefantenbestände sanken von 2.000 in den 1980er Jahren auf knapp über 50 im Jahr 2015.

Wilde Elefanten im Kasungu-Nationalpark.

Über 25 Jahre lang grassierte die Wilderei im Park – Elfenbein, Buschfleisch und Leopardenfelle wurden erbeutet. Malawi ist ein kleines Land, dessen Wildtierbestand verglichen mit anderen Ländern der „großen Fünf“ wie etwa Kenia relativ klein ausfällt. Von Naturschutzinitiativen wurde es deshalb weitgehend übersehen. Doch der IFAW betrachtete Malawi als wichtiges Ökosystem und entscheidenden Akteur im illegalen Handel mit Wildtieren, als bedeutenden Umschlagplatz für verbotene Produkte aus Wildtieren, über den diese auf den globalen Markt gelangten.

2015 startete der IFAW eine Strafverfolgungsinitiative. Mit ihrer Hilfe wurde die Korruption bekämpft und die Ausbildung von Rangern und Polizeibeamten vor Ort ermöglicht, und auch die Einstellung gegenüber Wildtierverbrechen bei den Einheimischen und im Rechtssystem hat sich gewandelt. Mittels dieser Initiative kämpft der IFAW gegen den illegalen Wildtierhandel und erzielt beeindruckende Ergebnisse wie etwa die Beschlagnahmung des Elfenbeins von 300 Elefanten.

Die Wilderei im Kasungu-Nationalpark ist deutlich zurückgegangen, und überall gibt es Anzeichen dafür, dass sich das Ökosystem von der jahrelang grassierenden Wilderei erholt: Dieses Jahr wurden zwei Elefanten und zwei Nilpferde geboren. Die Tiere reagieren positiv auf ihre aufmerksamen Beschützer, während sie langsam heranwachsen und wieder frei und ohne Angst vor Angriffen umherstreifen können.

2017 wurden zwei Nilpferde und zwei Elefanten geboren: ein deutliches Anzeichen dafür, dass sich die Bestände nach Jahrzehnten der Wilderei wieder erholen.

Die vom IFAW ausgebildeten und finanzierten Ranger patrouillieren im Park, enttarnen Schlingen und bieten Schutz vor Wilderern und Jägern, sodass die Tiere sich wieder sicher fühlen können. Die neuesten Mitglieder der Kasungu-Nationalpark-Familie gehen am See auf Erkundungstour, wo sie im Schlamm spielen und neugierig die Umgebung untersuchen. Diese jüngste Generation Wildtiere verkörpert all das, was der IFAW mit seiner Arbeit erreicht hat, und belegt eindrucksvoll, dass die Umwelt sich erholen kann, wenn wir sie nur lassen.

Deanne Gibbs

Erfahren Sie mehr über die Arbeit des IFAW zum Schutz bedrohter Lebensräume.

 

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Beth Allgood, IFAW Länderdirektorin USA
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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
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Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
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Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
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