IWC: Japans Angriff auf Walfangmoratorium gescheitert

Zwergwale wie dieser sind häufigstes Ziel des kommerziellen Walfangs. (c)IFAW
Freitag, 14 September, 2018
Hamburg

Ein kontroverser Vorschlag von Japan, der faktisch ein Ende des Walfangmoratoriums bedeutet hätte, ist heute auf der Vertragsstaatenkonferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Florianopolis, Brasilien gescheitert.

„Dass Japan keine Mehrheit für seinen Vorschlag bekommen hat, ist eine gute Nachricht für die Wale“, sagt Patrick Ramage, Leiter der Meeresschutzkampagne IFAW (International Fund for Animal Welfare). „Der Vorstoß hätte die IWC in die Zeiten des unregulierten Walfangs zurück katapultiert. Moderner Umwelt- und Meeresschutz sowie verantwortungsvolles Whalewatching sind der Weg, Wale auch für die Zukunft zu erhalten, nicht grausamer und unnötiger Walfang“.

Unter dem Titel „Way Forward“ (Der Weg nach Vorn) zielte Japans Vorschlag darauf ab, die Kommission dazu zu verpflichten, ab 2020 Walfangquoten für bestimmte Populationen einzusetzen. Er beinhaltete außerdem eine Veränderung der Abstimmungsregularien auch für besonders umstrittene Themen. Dazu wäre eine spezielle diplomatische Konferenz notwendig und hätte einberufen werden müssen.

Der umstrittene Vorschlag hätte eine dreiviertel Mehrheit für seine Annahme benötigt. Von den 75 anwesenden stimmberechtigten Regierungen waren 21 Länder dafür (41 Gegenstimmen und zwei Enthaltungen).

„Es ist nicht nötig, die Regeln der IWC zu verändern. Vielmehr sollten Walfangnationen die bestehenden Regeln achten“, sagt Ramage weiter. „Den Weg weist die am Donnerstag angenommene Florianopolis Deklaration, die den Wert der Wale für das Ökosystem Meer anerkennt“.

Brasilien hatte einen Gegenvorschlag eingereicht, die Florianopolis Deklaration, die eine Vision für die IWC entwirft und die wichtige Rolle der Wale für die Ökosysteme der Meere hervorhebt sowie die ökonomische Bedeutung des Whalewatchings für Küstenorte betont. Der Vorschlag war schon am Donnerstag mit einer deutlichen Mehrheit angenommen worden (40 Stimmen dafür, 27 Gegenstimmen, vier Enthaltungen).

Im Laufe der Woche wurden weitere wichtige Anträge angenommen. Darunter Resolutionen, die Themen behandelten wie die Bedrohung durch Unterwasserlärm, Kollisionen von Walen mit Schiffen und die Gefahren von Geisternetzen, in denen sich Wale regelmäßig verfangen und verenden. Ein Antrag auf die Einrichtung eines Walschutzgebietes im Südatlantik ist zum wiederholten Male an dem Widerstand Japans und seiner Verbündeten gescheitert, die dafür nötige Dreiviertelmehrheit wurde nicht erreicht.
 

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