Illegaler Wildtierhandel: Neuer bizarrer Trend gefährdet Warane

Geretteter Waran. Durch den Handel mit Hemipenes sind sie zusätzlich gefährdet.
Mittwoch, 21 Juni, 2017
Neu Delhi, Indien

Eine neue bizarre Spielart des illegalen Handels mit Tierprodukten haben verdeckte Ermittler in Indien jetzt aufgedeckt. Bei ihren Recherchen stießen sie auf Hinweise auf einen beträchtlichen Handel mit Körperteilen von geschützten Waranen (Varanus sp). Warane sind tropische Echsen, von ihnen wurden in diesem Fall insbesondere der Hemipenis, ein „doppelter“ Penis bei manchen Reptilienarten, genutzt.

In Indien wird der Hemipenis der Warane als eine seltene Wurzel verkauft, der wundersame Heilkräfte zugesprochen werden und deren Handel von okkulten Priestern im Internet aber auch offline befeuert wird.

„Wir haben hier wieder ein Beispiel für die Zerstörungskraft des illegalen Wildtierhandels“, erklärt Robert Kless, Leiter des IFAW (International Fund for Animal Welfare) in Deutschland. „Skrupellose Individuen dichten einem Tierprodukt wundersame Heilkräfte an und nutzen die Verzweiflung und Gutgläubigkeit der Menschen aus. Damit kreieren sie einen Markt und zerstören die Überlebenschancen für eine ohnehin gefährdete Tierart.“

Im Zuge von Ermittlungen zum illegalen Handel mit Schuppentieren stießen die Experten des IFAW Partners Wildlife Trust of India (WTI) gemeinsam mit den Kollegen der zuständigen indischen Behörden auf diesen neuen Trend. Die Hemipenes der geschützten Warane werden sowohl national als auch international verkauft. Händler bieten sie auf Online-Plattformen aber auch in Geschäften an.

„Eine systematische Untersuchung gemeinsam mit den indischen Behörden hat das Ausmaß des Handels aufgedeckt“, sagt Jose Louis, Leiter der Vollzugsabteilung des IFAW-WTI. „Nun müssen wir hunderttausende Menschen davon überzeugen, dass es kein mythisches Heilprodukt gibt, es auch kein Glücksbringer ist, wie versprochen wird. Sondern es nur der Penis eines Reptils ist. Und natürlich müssen wir das Produkt von den online-Plattformen verbannen, schließlich ist das der Hauptverkaufsweg.“

Warane sind durch die indische Gesetzgebung und das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen CITES geschützt. Der Handel mit dem Tier oder Produkten von ihm ist national wie international verboten.

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