Hongkong kündigt harten Kurs gegen Elfenbeinhandel an

779 beschlagnahmte Stoßzähne in einem Zollgebäude in Hongkong im Jahr 2013.

Der Regierungschef von Hongkong Leung Chun-ying kündigte bei seiner jährlichen Ansprache einen harten Kurs gegen den Elfenbeinhandel an.

"Die Regierung ist angesichts der Wilderei von Elefanten in Afrika sehr besorgt", erläuterte Leung vor dem Parlament. Man werde "effektive Maßnahmen ergreifen", um den Elfenbeinhandel in Hongkong zu unterbinden und künftig härtere Strafen für den Schmuggel und Handel von Elfenbein verhängen. Man werde ebenso "so bald wie möglich gesetzliche Regelungen verabschieden, die den Im- und Export von Jagdtrophäen von Elefanten verbieten", fügte er hinzu.

All das sind fantastische Neuigkeiten, denn als Sonderverwaltungszone von China ist Hongkong ein stark frequentierter Umschlagplatz für den illegalen Wildtierhandel zwischen Afrika und dem chinesischen Festland.

Die Erklärung Leungs folgt auf die gemeinsame Ankündigung von China und den USA vergangenen September, scharfe Handelsbeschränkungen für Elfenbein und damit ein fast vollständiges Handelsverbot für Elfenbeinhandel umsetzen zu wollen.

China kündigte erstmals anlässlich der Zerstörung von 662 kg Elfenbein in Peking im Mai 2015 an, Maßnahmen gegen den Elfenbeinhandel zu ergreifen.

Hongkong hatte mit der Zerstörung seiner 30 Tonnen schweren Elfenbeinlagerbestände im Mai 2014 begonnen.

Als die US-Naturschutzbehörde im November 2013 sechs Tonnen geschmuggeltes Elfenbein vernichten ließ, schrieb ich in einem Blog, dass das Überleben der Elefanten davon abhängt, dass alle gemeinsam gegen den Elfenbeinhandel an einem Strang ziehen. Damals brachte ich meine Hoffnung zum Ausdruck, dass die Elfenbeinzerstörung in den USA China zu ähnlichen Schritten veranlassen würde.

Und tatsächlich folgte China dem Beispiel der USA: Nicht einmal zwei Monate später zerstörte China 6,1 Tonnen Elfenbein in Guangdong.

Seither wurden in vielen Ländern auf der ganzen Welt insgesamt fast 60 Tonnen aus dem illegalen Handel beschlagnahmtes Elfenbein zermahlen oder verbrannt - wie etwa in Frankreich, im Tschad, in Belgien, Kenia, in der Republik Kongo und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. (Seit 2011 zerstörten Regierungen fast 90 Tonnen Elfenbein, um über die kritische Situation der Elefanten aufzuklären.)

Auch die IFAW Länderbüros in Großbritannien und Frankreich haben selbst Elfenbeinzerstörungen organisiert. Dort wurden Schmuckstücke und Figuren aus Elfenbein vernichtet, die unsere Unterstützer uns geschickt hatten.

China ist das Land mit dem größten Elfenbeinkonsum weltweit. Deshalb ist der wichtigste Beitrag, den China, und damit auch Hongkong, im Kampf gegen die Elefantenwilderei und Elfenbeinhandel leisten können, die Abschaffung aller Elfenbeinmärkte - sowohl der legalen als auch illegalen.

Studien haben ergeben, dass die chinesische Bevölkerung ein Handelsverbot für Elfenbein befürwortet. Für 60 Prozent der Konsumenten von Elfenbein ist es ein überzeugender Grund, den Kauf zu unterlassen, wenn er illegal wäre. Noch überzeugender wäre es, wenn ein Regierungsmitglied sich öffentlich gegen den Elfenbeinkonsum starkmachen würde.

Nur klare Gesetze, ihre konsequente Durchsetzung und harte Strafen bei Verstoß können dafür sorgen, dass Elfenbeinkonsum in der Gesellschaft stigmatisiert wird. Nur so wird eine Reduzierung der Nachfrage erreicht und nur so können wir die Elefanten vor der sinnlosen Wilderei bewahren.

Grace Ge Gabriel

Erfahren Sie mehr über die Arbeit des IFAW zum Schutz der Elefanten.

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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
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Robert Kless, Leiter IFAW Deutschland
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Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
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Tania McCrea-Steele, Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel
Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater Strategische Partnerschaften