Für die Pinguine zählt jede Sardine

Pinguine stehen regelmäßig auf den Listen der beliebtesten Vögel. Ihr niedliches Gewatschel, ihre Neugier und ihr fescher schwarzer Frack sind einfach unwiderstehlich.

Hier in Südafrika haben wir das Glück, dass es einige Plätze gibt, an denen man unglaublich nah an Brillenpinguine herankommen kann. In Simons Town, einem Vorort von Kapstadt, kann man buchstäblich mit den Pinguinen schwimmen gehen. Schilder an der Küstenstraße warnen Autofahrer vor Pinguinen, die die Straße passieren.

Die Pinguinkolonien gehören zu den beliebtesten Touristenattraktionen Kapstadts. Daher ist es für manchen nur schwer vorstellbar, dass Brillenpinguine vom Aussterben bedroht sind. Doch es gibt inzwischen weniger als 18.000 brütende Paare. Die Population ist in weniger als einem Jahrhundert um 98 Prozent geschrumpft.

Allein in den letzten zehn Jahren ging die Anzahl der Brillenpinguine um sieben Prozent zurück. Forschungsergebnisse zeigen, dass von Menschen aufgezogene Pinguinküken später genauso gut in der Wildnis zurechtkommen, wie jene, die in der freien Wildbahn aufgewachsen sind.

Seit 2000 unterstützt der IFAW die südafrikanische Nichtregierungsorganisation SANCCOB, die eine der weltgrößten Seevögel-Rettungsstationen unterhält. Damals drohte der Ölunfall der MS Treasure zwei der wichtigsten Brillenpinguin-Kolonien zu dezimieren. Während der Katastrophe wurden fast 20.000 verölte Vögel gerettet, gesäubert und erfolgreich wieder freigelassen. Dadurch konnte buchstäblich eine ganze Art gerettet werden.

Zum Glück hat es seit 2000 keine weiteren großen Ölunfälle in dieser Region mehr gegeben. Jedoch verhungern in dieser Jahreszeit viele Brillenpinguin-Küken, da ihre Eltern sie während der Mauser allein lassen. Und in diesem Jahr ist es besonders schlimm: Mehr als 600 Küken wurden bisher an der Küste eingesammelt. Sie werden jetzt rund um die Uhr versorgt und von Hand aufgezogen.

530 Küken sind in der SANCCOB-Rettungsstation in Kapstadt untergebracht. Weitere 80 Küken werden in einer kleineren Station in St. Francis an der Ostküste versorgt.

Auch ist der Zustand der Küken schlechter als in vergangenen Jahren. Deshalb müssen sie vermutlich länger gepflegt werden, bevor sie zurück in die Wildnis können.

All dies hat die Rettungsstation von SANCCOB finanziell stark belastet, insbesondere da der Preis für Fischfutter in diesem Jahr extrem in die Höhe geschossen ist. Zudem sind Brillenpinguinküken äußerst gefräßig. Deshalb müssen sie permanent von Hand mit Sardinen gefüttert werden.

Die Rettungsstation von SANCCOB benötigt Hilfe, um das Futter für die kleinen Küken zu bezahlen. Dank der Spenden unserer Unterstützer konnten wir zwar bislang dafür sorgen, dass die Pinguine genug Sardinen bekommen. Doch die Saison hat gerade erst begonnen. Damit die Pinguine überleben, werden sie noch eine Menge Futter benötigen.

Jede Sardine und jeder Euro zählt, um die Pinguine zu retten. Helfen Sie uns, die Brillenpinguine zu versorgen?

Nell Greenwood

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Experten

Kampagnenberater
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Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Katie Moore, Leiterin Marine Mammal Rescue and Research
Programmdirektorin Tierrettung
Shannon Walajtys, Leiterin IFAW Katastrophenhilfe
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