Fünf ausgewilderte Amurtiger entwickeln sich gut in der russischen Wildnis

Zolushka (übersetzt Cinderella) war das erste erfolgreich rehabilitierte Tigerjunge, das im Rahmen dieses historischen Auswilderungsprojekts freigelassen wurde.

Fünf der sechs Amurtiger, die in den letzten zwei Jahren in die Freiheit entlassen wurden, führen inzwischen ein Leben als wilde Tiger in den Wäldern im Osten Russlands nahe der chinesischen Grenze. Ihre Auswilderungen wurden von uns gemeinsam mit anderen Organisationen im Rahmen eines Gemeinschaftsprojekts durchgeführt.

Wir können die Bewegungen der Tiger mit Hilfe von Satellitenhalsbändern verfolgen. Außerdem machen sich regelmäßig Experten auf, um weitere wichtige Informationen zu sammeln, die nicht per Satelliten-Überwachung gewonnen werden können: so unter anderem welche Pfade die Tiger benutzen, wie viel sie fressen und wem sie im Wald begegnen.

Drei der fünf rehabilitierten Tigerwaisen (Kuzya, Ilona und Borya) wurden im März 2014 im Zheludinsky-Schutzgebiet in der Amur-Region freigelassen. Zwei weitere Jungtiger namens Ustin und Svetlaya wurden drei Monate später im Zhuravliny-Schutzgebiet in die Wildnis entlassen. Zolushka (übersetzt Cinderella) wurde bereits ein Jahr zuvor ausgewildert. Sie war das erste erfolgreich rehabilitierte Tigerjunge im Rahmen dieses historischen Auswilderungsprojekts, das gemeinsam von der Special Inspection Tiger, dem A.N. Severtsov Institute of Ecology and Evolution der Russischen Akademie der Wissenschaften, der Wildlife Conservation Society, der Phoenix Foundation und dem IFAW durchgeführt wird.

Ilona, Borya und Svetlaya haben sich nicht weit von ihrem Auswilderungsort entfernt und kommen gut mit ihrem Leben in Freiheit zurecht. Ilona hat sich im Khinan-Reservat in der Amur-Region angesiedelt. Sie hat ihr Revier voll unter Kontrolle. Es gelang ihr sogar, ein Wolfsrudel zu vertreiben (Tiger und Wölfe können ein Revier nicht gemeinsam nutzen).

Zuletzt jagte sie mindestens drei Wildschweinferkel innerhalb von etwa zwei Wochen. Fotos von Kamerafallen, die im Khingan-Reservat platziert wurden, zeigen, dass sie körperlich gut in Form und sehr agil und aktiv ist. Sie bewegte sich recht nah in Richtung der chinesischen Grenze, überquerte sie jedoch nicht.

Kuzya sorgte bereits für Aufregung, als er die Grenze nach China überquerte. Wir waren besorgt und beobachteten seine Wanderungen intensiv. Doch nachdem er mehr als einen Monat dort war, wussten wir, dass es ihm gut ging. Nach seiner Rückkehr nach Russland lief er in ein von der Grenze weit entferntes Gebiet. Hier lebt er momentan, nicht weit von Svetlaya entfernt. Es ist durchaus möglich, dass er sich irgendwann erneut auf den Weg nach China macht – auf seinem ihm bekannten Pfad. Dies ist auch kein Problem, solange er tatsächlich wieder denselben Pfad nimmt.

Wenn heranwachsende Raubtiere auf der Suche nach einem neuen Revier sind, in dem sie sich niederlassen können, sind solche Wanderungen ganz normal und lassen nicht auf einen Mangel an Beute schließen.

Kuzya könnte sich auf keinen Fall ein Revier mit seinem Bruder Borya teilen. Blutsverwandtschaft zwischen Raubtieren bedeutet nicht, dass beide dauerhaft in einem Revier zusammenleben können. Irgendwann würde es zu Revierkämpfen zwischen den beiden kommen.

Zolushka entwickelt sich weiterhin gut im Bastak-Reservat. In Kürze macht sich eine Gruppe Experten auf den Weg zu ihr, um mehr über ihr tägliches Leben zu erfahren.

Anna Filippova

Erfahren Sie mehr darüber, was der IFAW tut, um bedrohte Tiger zu schützen.

Mehr zu den ausgewilderten Amurtigern: Tiger Ustin kehrt ins russische Rehabilitationszentrum zurück

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Experten

Kampagnenberater
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Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
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Tierärztin, DVM, PhD
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Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe
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Senior-Berater Strategische Partnerschaften