Elfenbeinzerstörung in Peking: China kündigt Maßnahmen gegen den Elfenbeinhandel an

Die chinesische Forstbehörde und die Zollbehörde zerstörten 662 Kilo beschlagnahmtes Elfenbein.In Peking hatte es seit Tagen nicht geregnet. Doch heute in den frühen Morgenstunden setzte plötzlich ein leichter Nieselregen ein. Es ist der Tag, an dem feierlich 662 Kilo Elfenbein zerstört werden sollen, und es scheint, als würde der Himmel ebenfalls um die Zehntausende Elefanten trauern, die für den Elfenbeinhandel sterben mussten.

Ganze Stoßzähne, Schnitzereien und Kisten mit Schmuck, die alle 2014 beschlagnahmt worden waren, stapelten sich neben der Zerkleinerungsmaschine in einem staatlichen Wildtierzentrum außerhalb der Stadt. Meine Stimmung war gedrückt, bis ich Minister Zhao von der staatlichen Forstbehörde in seiner Rede plötzlich sagen hörte, dass China künftig keine Schlupflöcher mehr für den illegalen Wildtierhandel bieten wolle. Dann gab er zehn geplante Maßnahmen bekannt. Unter anderem sagte er, dass "der Verarbeitung und dem Handel von Elfenbein zu kommerziellen Zwecken ein Ende gesetzt werden soll". Das ist es, wofür der IFAW die letzten zehn Jahre gekämpft hat!

Unsere Untersuchungen des Elfenbeinmarktes zeigen schon lange, dass der legale Handel in China Kriminellen zahlreiche Schlupflöcher bietet, um Elfenbein von gewilderten Elefanten zu "waschen".

Die Legalität des kommerziellen Elfenbeinhandels in China hat dazu geführt, dass dem Konsum von Elfenbein keinerlei Stigma mehr anhaftet und die Verbraucher verwirrt. Viele setzen die Tatsache, dass etwas erhältlich ist, mit Legalität gleich. Der legale Elfenbeinhandel hat bei vielen den Wunsch gesteigert, Elfenbeinschnitzereien zu erwerben – ob zur Dekoration, als Sammel- oder Spekulationsobjekt oder zum Verschenken. Die traditionelle Wertschätzung der Schnitzkunst ist einer fast irrsinnigen Vergötterung von Elfenbeingegenständen gewichen – nur aufgrund des Materials.

Die große Nachfrage nach Elfenbein in China wird aus internationaler Sicht als Hauptgrund für die Eskalation der Wilderei von Elefanten betrachtet. Langsam macht die chinesische Regierung jedoch sichtbare Fortschritte in ihren Bemühungen, die Nachfrage zu unterbinden. Und ein Großteil der chinesischen Bevölkerung befürwortet ein Handelsverbot für Elfenbein. Demzufolge würde dies beträchtlich zu einem Rückgang der Nachfrage beitragen.

Durch ein klares Verbot des Elfenbeinhandels und seine konsequente Durchsetzung mittels beträchtlicher Strafen, würde der Konsum von Elfenbein in China wieder in Verruf geraten und die Nachfrage würde sinken. Ich hoffe deshalb sehr, dass bald ein Gesetz verabschiedet wird, das den kommerziellen Elfenbeinhandel ganz verbietet.

Uns bleibt nicht mehr viel Zeit, um die Elefanten zu retten.

Grace Ge Gabriel

Erfahren Sie mehr darüber, wie der IFAW sich für den Schutz der Elefanten einsetzt.

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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
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Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
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Robert Kless, Leiter IFAW Deutschland
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Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
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Tania McCrea-Steele, Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel
Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater Strategische Partnerschaften