Elefantenwaisen Chamilandu und Batoka treffen in Sambia auf wilde Elefanten

In den vergangenen Monaten verbrachten die beiden immer weniger Zeit damit, in der schützenden Boma zu schlafen.

Für die Elefanten Chamilandu (11 Jahre) und Batoka (9 Jahre) war die letzte Woche sehr ereignisreich, denn sie sind ihrer Auswilderung einen Schritt nähergekommen.

Schon in den vergangenen Monaten verbrachten die beiden immer weniger Zeit damit, in der schützenden Boma zu schlafen. Stattdessen weideten sie lieber zusammen mit den jüngeren Elefantenwaisen in einigen Kilometern Entfernung. Wir hoffen, dass sie sich während dieser letzten Phase vor ihrer Auswilderung mehr und mehr den wilden Elefanten anschließen, die ebenfalls den Kafue-Nationalpark durchstreifen.

Seit einiger Zeit hören Wildhüter und Mitarbeiter des Elefantenwaisenhauses die wilden Elefanten oft, wenn sie sich nachts verständigen. Sie hoffen, dass sich Chamilandu und Batoka währenddessen im gleichen Gebiet aufhalten. Mit Hilfe von GPS-Daten der Sendehalsbänder können wir zwar Rückschlüsse über mögliche Zusammentreffen ziehen, doch nur sehr selten werden Begegnungen beobachtet oder gefilmt.

In der Vergangenheit wurden wir zwar nachts durch das leise Brechen von Ästen geweckt und erkannten am Morgen an den Fußspuren, dass uns die wilden Elefanten wahrscheinlich einen nächtlichen Besuch abgestattet hatten. Doch bei Tageslicht wurden sie nie in der Nähe des Camps gesichtet.                                      

Eines Abends näherte sich eine aus acht Elefanten bestehende Herde mit einem sehr jungen Kalb dem Camp. Sie schienen entspannt und fraßen Blätter von den Bäumen, während sie langsam die Außenbereiche des Camps durchstreiften.

Kurze Zeit später erschienen Chamilandu und Batoka in der Nähe. Sie schienen den wilden Elefanten zu folgen. Auch wenn sie noch gebührenden Abstand hielten und zögerten, sich der Herde anzuschließen, war es ein sehr schöner Moment und ein Zeichen, dass sie bei ihren wilden Artgenossen sein wollten.

Einige Tage später dann schlossen sich Chamilandu und Batoka der Herde jüngerer Elefantenwaisen für ihren Nachmittagsspaziergang an. Sie verschwanden jedoch schnell wieder, als sie die Rufe wilder Elefanten vernahmen. Kurze Zeit später hörten Pfleger typische Begrüßungslaute. Als sie sich näherten, erblickten die jüngeren Elefantenwaisen und ihre Pfleger die Herde wilder Elefanten mit 12 ausgewachsenen Tieren (unter ihnen einige Jungbullen) und drei Kälbern. Die Pfleger kletterten auf einen Baum und konnten so einige Momente auf Video festhalten.

Während die Pfleger filmten, näherte sich Chamilandu einigen Bullen, die gerade im Schlamm badeten. Sie zögerte zunächst, nahm aus der Ferne Witterung auf und ging dann selbstsicher auf einen der Bullen zu. Dann wandte sie ihm ihr Hinterteil zu, um ihm ihren Respekt auszudrücken und legte sich hinter ihn. Der Bulle beschnupperte sie von oben bis unten und berührte sanft ihr Ohr. Dann badete Chamilandu neben ihm. Und schließlich ging sie zusammen mit ihm davon.

Batoka tat es ihr bald darauf gleich. In bester Elefantenmanier näherte er sich zögernd einer Elefantenkuh, die genau wie der Bulle ziemlich entspannt zu sein schien. Doch in dem Moment näherte sich ihnen ein wilder Elefant und machte der Elefantenkuh ebenfalls seine Aufwartung. Der Bulle schien Batoka etwas zu verunsichern, und er entfernte sich langsam von ihnen. Die ruhige Art, mit der die wilden Elefanten Chamilandu und Batoka akzeptierten, lässt vermuten, dass sie sich bereits kennen. Auch die freundlichen Begrüßungslaute weisen darauf hin.

In der Auswilderungsphase ist der Kontakt mit wilden Artgenossen äußerst wichtig. Er erleichtert den Übergang in ein Leben in der Wildnis und fördert ihre Entwicklung. Chamilandu und Batoka können von den erfahreneren wilden Elefanten eine Menge lernen, was sie für ihr Leben in Freiheit brauchen.

Lisa Olivier

Erfahren Sie mehr darüber die Arbeit des Lilayi-Elefantenwaisenhauses in Sambia.

Das Elefantenwaisenhaus ist ein Projekt der Organisation Game Rangers International. Es wurde von der David Shepherd Wildlife Foundation in enger Zusammenarbeit mit dem IFAW und der sambischen Naturschutzbehörde ins Leben gerufen

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Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
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Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
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