Anti-Wilderer-Einheit fasst berüchtigte sambische Wilderer

Die Wilderer und die beiden von der Anti-Wilderer-und Ermittlungseinheit konfiszierten eineinhalb Meter langen Stoßzähne. FOTO: © Roger Allen

Die Anti-Wilderer- und Ermittlungseinheit WCIU (Wildlife Crimes Investigations Unit) hat kürzlich bei einem hochriskanten grenzüberschreitenden Undercover-Einsatz in Kooperation mit malawischen und sambischen Polizisten drei berüchtigte Wilderer festgenommen. Malawis Behörde für Nationalparks und Wildtiere (Department of National Parks and Wildlife) und die Polizei hatten gemeinsam diese Spezialeinheit ins Leben gerufen. Sie wird vom IFAW (International Fund for Animal Welfare) ausgebildet und finanziell unterstützt

Die britische Zeitung Daily Mail berichtete exklusiv vor Ort und hielt die dramatischen Momente auf Fotos fest. Diese zeigen im Detail, wie man den Wilderern an der Grenze zwischen Malawi und Sambia auflauerte und sie dann festnahm.

Bei der Undercover-Aktion konnten zwei Elefanten-Stoßzähne von je einem Meter fünfzig Länge konfisziert werden. Stoßzähne dieser Größe haben einen hohem Schwarzmarktwert, sind aber inzwischen sehr selten geworden, weil Elefanten mit solch langen Stoßzähnen vor Allem im Visier der Wilderer sind.

Autor Mike Labuschagne, Technical Law Enforcement Director beim IFAW, mit Elfenbein und Waffen, die bei Festnahmen in den letzten 18 Monaten sichergestellt wurden FOTO: © Roger Allen

Die Stoßzähne stammten von einem etwa 40-jährigen Elefantenbullen. Bullen in diesem Alter spielen eine wichtige Rolle im Sozialsystem ihrer Elefantengruppe. Der Tod dieses Bullen ist also nicht nur ein großer sozialer Verlust. Ich befürchte, er hat auch Auswirkungen auf die Genetik zukünftiger Generationen von Elefanten in der Region. Das bedeutet auch eine Schwächung des Ökosystems Sambias.

Der 40-jährige Elefantenbulle, der von den festgenommenen Wilderern getötet wurde FOTO: © Roger Allen

Diese vom IFAW durchgeführten Undercover-Ermittlungen und -Einsätze können äußerst gefährlich sein und erfordern die partnerschaftliche Zusammenarbeit mehrerer Behörden. Das jetzt so erfolgreiche Team bestand aus verdeckt arbeitenden Polizisten aus Malawi und Sambia. Auch Mitarbeiter der sambischen und der malawischen Behörde für Nationalparks und Wildtiere (DNPW Zambia und DNPW Malawi) waren dabei. Erst wenige Stunden vor der Festnahme hatte ein Informant dem Team berichtet, dass die bekannten und hochrangigen Wilderer erst kürzlich schon wieder Elfenbein gewildert hatten und dieses zu verkaufen versuchten.

Seit 2015 sind wir im Gebiet Malawi/Sambia aktiv und haben in dieser kurzen Zeitspanne über 200 Festnahmen durchgeführt und Elfenbein von über 300 Elefanten konfisziert. Wir können seit Beginn unserer Aktion hier einen deutlichen Rückgang der Fälle von Wilderei beobachten.

Die jetzige Aktion ist nur ein Beispiel für diese Art von Arbeit, die der IFAW und seine Partner machen, um den illegalen Wildtierhandel auf allen Ebenen zu stoppen. Gemeinsam mit dem DNPW Malawi und dem DNPW Zambia verhilft der IFAW den Strafverfolgungsbehörden zu einer stärkeren Präsenz in den beiden Ländern und damit der konsequenteren Verfolgung von Verbrechen gegen Wildtiere. Die Partnerschaften mit DNPW Malawi und DNPW Zambia ermöglichen es der Anti-Wilderer- und Ermittlungseinheit des IFAW, Tag für Tag gegen das komplexe Netzwerk des illegalen Handels mit Wildtieren vorzugehen. Gleichzeitig verändert das konsequente Vorgehen die Einstellung der Menschen in Malawi gegenüber solchen Verbrechen gegen Wildtiere. All dies hilft langfristig einen positiven Wandel herbeizuführen.

Mike Labuschagne

Erfahren Sie mehr über unser tenBoma-Projekt, mit dem wir Elefanten wirksam vor Wilderern schützen.

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
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Beth Allgood, IFAW Länderdirektorin USA
Länderdirektorin USA
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
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Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
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Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident
Patrick Ramage, Programmdirektor Meeresschutz
Programmdirektor Meeresschutz
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität