Amurtigerjunges im russischen Rehabilitationszentrum entwickelt sich gut

 © PROO “Tiger”

Steht uns eine weitere Erfolgsgeschichte wie die von Tigerin Zolushka bevor, die vor kurzem bewiesen hat, dass rehabilitierte Amurtiger sich wieder vollständig in der Wildnis integrieren können?

Ein im fernen Osten Russlands aufgefundenes verwaistes weibliches Tigerjunges wird derzeit nahe Wladiwostok im Zentrum für Rehabilitation und Auswilderung von Tigern und anderen seltenen Tieren gepflegt.

Das etwa vier bis viereinhalb Monate alte Tigerweibchen wurde im Dorf Filippovka am Rande des "Leopard Land"-Nationalparks gefunden.

Sie erfreut sich eines gesunden Appetits und hat den ersten Teil der Rehabilitation gut überstanden. Am 3. Januar wurden an dem Tigerjungen im Rahmen einer umfangreichen tierärztlichen Untersuchung durch Spezialisten alle notwendigen Tests durchgeführt. Und am 11. Januar erhielt sie ihre erste routinemäßige Impfung.

Das junge Tigerweibchen war zunächst an einem warmen Platz untergebracht worden. Heute konnte sie in das offene Quarantäne-Gehege ziehen, das jedoch ebenfalls über ein beheiztes Haus verfügt. Nach dem Ende der Quarantäne wird sie in ein größeres Gehege gebracht, in dem zuvor bereits die mittlerweile ausgewilderten Tiger Zolushka, Borya, Kuzya, Ilona, Svetlaya und Ustin untergebracht waren.

Noch ein weiteres Tigerjunges wurde sechs Tage nach dem ersten in der Station aufgenommen. Da Anwohner beide Jungen zuvor zusammen ohne Mutter gesehen hatten, liegt die Vermutung nahe dass es sich möglicherweise um Geschwister handelt. Leider starb das zweite Tigermädchen an extremer Unterkühlung und Unterernährung. Trotz 24-stündiger Pflege und Behandlung in der Station durch Spezialisten konnte das Leben der kleinen Tigerin nicht gerettet werden. Möglicherweise waren es insgesamt sogar drei Tiere. Jedoch konnte bisher kein weiteres Tigerjunges gefunden werden.

Laut Einschätzung der Experten sind die Überlebenschancen des Tigerweibchens gut, sodass sie hoffentlich wieder ausgewildert werden kann. Ihre Mutter und Schwester sind jedoch unwiederbringlich verloren. Höchstwahrscheinlich wurde die Mutter von Wilderern getötet. Derzeit sucht die Polizei nach Fell und anderen Tigerüberresten. Bereits am 25. und 29. Dezember 2015 waren Tigerfelle und Knochen beschlagnahmt worden. Dies zeigt einmal mehr, dass der Amurtiger-Bestand aufgrund der noch immer weit verbreiteten Wilderei weiterhin stark bedroht ist.

Das Rehabilitationsprojekt für verwaiste Tiger wird derzeit vom IFAW, vom “Leopard Land”-Nationalpark, von der öffentlichen Organisation "Tiger" in Primorye sowie von ANO “Tiger” unter Teilnahme der US-amerikanischen Naturschutz-Stiftung Wildlife Conservation Society durchgeführt.

Der IFAW wird das Zentrum die nächsten sechs Monate finanziell unterstützen. Außerdem hat der IFAW dem Zentrum vergangenen Monat finanziell bei der Anschaffung eines dringend benötigten Geländewagens geholfen.

In den letzten drei Jahren war der IFAW bereits aktiv an der Rettung und Auswilderung von sechs verwaisten Tigern beteiligt. Alle Tiere haben überlebt. Und das Tigerweibchen Zolushka hat sogar Nachwuchs bekommen. Es ist die erste derart erfolgreiche Rehabilitation von Amurtigern weltweit.

Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova

Erfahren Sie mehr über die Arbeit des IFAW zum Schutz der letzten Tiger.

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Experten

Kampagnenberater
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Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Veterinarian, DVM, PhD - IFAW Beijing
Tierärztin, DVM, PhD
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Senior-Berater für Strategische Partnerschaften und Philanthropie