Brände in Griechenland bedrohen Tiere und Menschen
Brände in Griechenland bedrohen Tiere und Menschen
Rettungsteams sind weiterhin in den von extremer Hitze und Bränden betroffenen Regionen Griechenlands im Einsatz. Zeitgleich müssen die geretteten Wildtiere untergebracht und versorgt werden.
Der IFAW stellt seinem Partner „ANIMA – Hellenic Wildlife Care Association“, einem Mitglied des griechischen Wildtierrettungsnetzwerks, zusätzliche Soforthilfe zur Verfügung. Die Teams kümmern sich derzeit um eine überwältigend hohe Zahl von Wildtieren, die gerettet, behandelt und rehabilitiert werden müssen.
Von Mai bis Ende Juli versorgte „ANIMA“ rund 4.600 Wildtiere sowie etwa 1.500 andere Tiere wie Haus- und Hoftiere. Historisch gesehen treffen zwischen 50 % und 60 % aller jährlich aufgenommenen Wildtiere bei „ANIMA“ von Mai bis August ein. Damit ist der Sommer selbst ohne größere Notfälle eine außergewöhnlich arbeitsintensive Zeit.

In diesem Jahr haben extreme Hitzewellen und die darauffolgenden Brände den Druck auf Wildtiere und die Menschen, die sie schützen, zusätzlich erhöht.
Zu den Tieren, die bei „ANIMA“ aufgenommen werden, gehören Hunderte Nestlinge und Jungvögel, darunter junge Turmfalken und Rötelfalken betroffen von Hitzestress. Die Teams versorgen außerdem junge Störche aus zerstörten Nestern oder nach Kollisionen mit Stromleitungen, Fuchswelpen, die bei Verkehrsunfällen verletzt wurden oder an Hautkrankheiten leiden, kranke oder verletzte Igel, verwaiste Rehkitze, Eulen, Fledermäuse und viele weitere Wildtiere.
Auf Kreta setzen die anhaltend heißen und trockenen Bedingungen insbesondere jungen Gänsegeiern zu. Stark dehydrierte Vögel können vor Erschöpfung zusammenbrechen und benötigen umfassende Betreuung. Nach ihrer Stabilisierung verbleiben sie häufig rund sechs Monate in der Rehabilitation, bevor sie wieder ausgewildert werden können.
Der Einsatz endet nicht, wenn die Flammen gelöscht sind
Die Brände führen zu einem weiteren Zustrom von Tieren, die versorgt werden müssen. Viele der von den Bränden betroffenen Tiere, die „ANIMA“ erreichen, sind Landschildkröten. Sie wurden von Mitgliedern des griechischen Wildtierrettungsnetzwerks oder anderen engagierten Menschen gerettet. Ihre Verletzungen erfordern oft zwei bis drei Monate Behandlung und Rehabilitation, manchmal sogar länger.
Für diese einzelnen Tiere ist das Überleben des akuten Notfalls nur der erste Schritt ihrer Genesung.
Die geschulten Einsatzkräfte von „ANIMA“ retten Wildtiere im Feld, führen Notbehandlungen durch, transportieren sie zur spezialisierten Weiterbehandlung in Auffangstationen und begleiten sie während ihrer Rehabilitation. Wann immer möglich, endet dieser Weg mit der Rückkehr der Tiere in die Freiheit.
IFAWs Unterstützung hilft dabei, die praktischen Kosten des Einsatzes zu decken, darunter Kraftstoff- und Reisekosten für die Einsatzkräfte, Tierunterkünfte, veterinärmedizinisches Material und Pflegebedarf, Futter für Tiere in Rehabilitation. Wir helfen bei der Koordination der Hilfsmaßnahmen.
Dieser Bedarf besteht weit über die unmittelbare Rettung hinaus. Von Bränden betroffene Landschildkröten müssen oft monatelang versorgt werden. Dehydrierte Gänsegeier benötigen mitunter rund sechs Monate Rehabilitation. Jedes Tier braucht täglich geeignetes Futter, medizinische Versorgung, eine sichere Unterbringung und fachkundige Pflege, bis es wieder sicher ausgewildert werden kann.

Bedeutung von Katastrophenvorsorge
Dieser Einsatz zeigt auch, warum Investitionen in lokale Kapazitäten zur Wildtierrettung bereits vor einer Katastrophe so wichtig sind.
Noch vor Beginn der Brandsaison 2026 erhielten Mitglieder des griechischen Wildtierrettungsnetzwerks gemeinsam mit Tierärztinnen und Tierärzten von „EDKE – Voluntary Action of Greek Veterinarians“ Schulungen durchgeführt von „ANIMA“ zur Erstversorgung von Wildtieren, die von Bränden betroffen sind. Das Netzwerk entstand aus der Zusammenarbeit nach den verheerenden Bränden in Griechenland im Jahr 2023, als der IFAW gemeinsam mit lokalen Organisationen, darunter „ANIMA“ und „Save Your Hood“, betroffene Wildtiere rettete und rehabilitierte.
Heute sorgt diese Investition in lokales Fachwissen, Schulungen, Ausrüstung und Koordination dafür, dass geschulte Einsatzkräfte schnell handeln können, wenn Tiere in Gefahr geraten. Vor Ort suchen sie nach von Bränden betroffenen Tieren und retten sie. Bei „ANIMA“ können spezialisierte Teams die Behandlung und Rehabilitation so lange fortsetzen, wie es für die Genesung erforderlich ist.
Es ist eine durchgehende Betreuungskette, die von den ersten Stunden eines Notfalls bis zur Auswilderung eines Tieres Monate später reichen kann.
Und jedes einzelne Tier zählt. Eine Landschildkröte, die sich von Brandverletzungen erholt, ein junger Geier, der nach einem Zusammenbruch durch Hitze und Erschöpfung Flüssigkeit erhält, oder ein Falke, der nach Hitzestress rehabilitiert wird, ist nicht einfach nur eines von Tausenden aufgenommenen Tieren. Jedes von ihnen ist ein individuelles Leben und nach der Rückkehr in die Natur ein Teil der Population und des Ökosystems, zu dessen Erhalt es beiträgt.
Hinter jeder erfolgreichen Genesung stehen außerdem Menschen: Wildtierpflegerinnen und Wildtierpfleger, Tierärztinnen und Tierärzte, geschulte Einsatzkräfte, Freiwillige und engagierte Bürgerinnen und Bürger, die ein Tier in Not erkennen und handeln.
Während Griechenland weiterhin mit extremen Sommerbedingungen konfrontiert ist, steht der IFAW seinen lokalen Partnern zur Seite. Gemeinsam helfen wir Tieren in akuter Not und stärken zugleich die Netzwerke und das Fachwissen, die Wildtiere auch bei künftigen Notfällen schützen werden.
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7. August 2026
Soforthilfe für Partner für die Tierrettung
Brände in Griechenland: Einsatzkräfte helfen rund um die Uhr, Menschen und Tiere zu retten, die sich im Weg der Flammen befinden. Hohe Temperaturen, starke Winde und trockene Bedingungen haben sich rasch ausbreitende Feuer in mehreren Regionen begünstigt, Evakuierungen notwendig gemacht und wichtige Lebensräume von Wildtieren bedroht.
Der IFAW unterstützt unseren lokalen Partner Save Your Hood mit Soforthilfe, um den Rettungsteams vor Ort zu helfen.

Es ist nicht das erste Mal, dass der IFAW in Griechenland hilft. Sowohl 2023 als auch während der verheerenden Brände des vergangenen Jahres arbeiteten wir gemeinsam mit vertrauenswürdigen lokalen Partnern daran, die Rettung und Versorgung betroffener Tiere zu unterstützen. Uns ist es zudem wichtig, nicht nur in Nothilfe, sondern auch in Vorsorge zu investieren, bevor die nächste Katastrophe eintritt.
Anfang dieses Jahres startete der IFAW gemeinsam mit Save Your Hood ein Projekt zur Stärkung der Katastrophenvorsorge, um die lokalen Kapazitäten vor dem nächsten Notfall auszubauen. Wir unterstützen die Anschaffung eines neuen Rettungsfahrzeugs, das Einsatzkräfte, Ausrüstung und Tiere sicher transportieren kann. Darüber hinaus halfen wir bei der Bereitstellung von Schulungen und persönlicher Schutzausrüstung für die Einsatzteams an vorderster Front.
Nur wenige Monate später zeigen diese Investitionen bereits Wirkung.
Seit sechs Tagen sind die Einsatzkräfte von Save Your Hood in einigen der am stärksten betroffenen Regionen Griechenlands im Einsatz, darunter Voiotia, Kreta, Achaia, Paros und Neratzies. Die Teams konzentrieren sich auf Gebiete, in denen höchstwahrscheinlich viele Wildtiere Hilfe brauchen. Sie suchen nach Tieren, die den Bränden entkommen sind, aber aufgrund von Verletzungen oder Dehydrierung dringend Versorgung brauchen.

Werden Sie Teil der nächsten Rettungsgeschichten und unterstützen Sie unsere Arbeit.
Um diese Maßnahmen weiterführen zu können, unterstützt der IFAW mit finanziellen Soforthilfen. Damit werden Reisekosten, Unterkünfte und Verpflegung der Einsatzkräfte, der Betrieb von Fahrzeugen, Ausrüstung für die Tierrettung, persönliche Schutzausrüstung sowie die Versorgung geretteter Tiere finanziert.
Die Brände in diesem Sommer in Südeuropa sind verheerend. Frankreich, Spanien, Portugal und Griechenland: Der Bedarf an erfahrenen Einsatzkräften noch nie so groß. Die zunehmende Häufigkeit und Intensität dieser Katastrophen erinnert erneut daran, dass der Schutz von Tieren bedeutet, nicht nur in Nothilfe zu investieren, sondern auch in Vorsorgemaßnahmen, bevor eine Katastrophe eintritt.
Jeder zusätzliche Tag, den die Einsatzkräfte vor Ort verbringen können, gibt weiteren Tieren eine Chance zu überleben. Während Save Your Hood seine Arbeit fortsetzt, steht der IFAW weiterhin an der Seite unseres Partners, um sicherzustellen, dass die Teams über die notwendigen Ressourcen verfügen, um sicher und wirksam helfen zu können.
Diese Arbeit ist nur dank Menschen wie Ihnen möglich. Vielen Dank.
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