Flutkatastrophe in Nepal: Menschen und Tiere in Not
Flutkatastrophe in Nepal: Menschen und Tiere in Not
Die Flutkatastrophe hat Gemeinden entlang der Grenze zwischen Nepal und China verwüstet und großflächige Schäden sowie eine immense humanitäre Krise ausgelöst. Das Unglück hat Regionen auf beiden Seiten der Grenze getroffen. In Nepal wurden bislang mindestens 160 Todesopfer gemeldet, Hunderte Menschen werden weiterhin vermisst. Das Ausmaß der Katastrophe ist noch nicht absehbar.
Die Überschwemmungen haben Siedlungen und wichtige Infrastruktur schwer beschädigt. Brücken wurden zerstört und rund 40 Kilometer Straßen unpassierbar gemacht, wodurch einige betroffene Gemeinden nur noch schwer erreichbar sind. Erste Einschätzungen deuten darauf hin, dass eine Eis- und Gerölllawine im Himalaya die katastrophalen Fluten ausgelöst haben könnte. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Behörden untersuchen die genaue Ursache.
Die Auswirkungen auf Tiere sind bislang noch nicht bekannt. Da ganze Siedlungen betroffen sind und viele Gebiete nur schwer zugänglich bleiben, wird es Zeit brauchen, um festzustellen, wie viele Haustiere, Nutztiere und andere Tiere verletzt, vertrieben oder eingeschlossen wurden oder keinen Zugang zu Futter und Versorgung haben.

Der IFAW schickt finanzielle Soforthilfe
Der IFAW unterstützt Partner Sneha’s Care mit finanzieller Soforthilfe, um Bedürfnisse vor Ort für Tiere in den betroffenen Gemeinden zu ermitteln.
Sneha’s Care beschafft derzeit Ausrüstung und bereitet gemeinsam mit anderen nepalesischen Tierschutzorganisationen den Einsatz eines Erkundungsteams vor. In Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen werden die Teams ihre Arbeit zunächst in Nuwakot aufnehmen, um Tiere aufzuspüren und festzustellen, wo Rettungs- und Hilfsmaßnahmen erforderlich sind. Tiere in kritischem Zustand erhalten bereits in dieser ersten Einsatzphase dringend benötigte Versorgung.
Die betroffenen Gemeinden zu erreichen, bleibt eine große Herausforderung. Straßen und Brücken wurden weggespült, während schlammiges Flutwasser, Trümmer und möglicherweise gefährliche Stoffe mit sich führen, die Rettungsarbeiten erschwert. Analysen aus der Luft laufen bereits, damit Behörden und Einsatzkräfte das Ausmaß der Zerstörung besser einschätzen können.
Der IFAW bleibt in engem Austausch mit Sneha’s Care und weiteren lokalen Teams und bereitet sich darauf vor, bei Bedarf zusätzliche Unterstützung zu leisten.

Katastrophenvorsorge wird auf die Probe gestellt
Der IFAW arbeitet mit seinen Partnern daran, die Resilienz gegenüber Katastrophen für Tiere in Nepal zu stärken.
Nach einem 2025 abgeschlossenen IFAW-Projekt zur Risikoanalyse und Kartierung starteten wir ein Resilienzprojekt in Nepal, das den Aufbau lokaler Kapazitäten bei Tierschutzorganisationen und Behörden fördert. Im Juli 2026 brachte der IFAW Vertreterinnen und Vertreter von Organisationen und Behörden in einem Webinar zusammen, um die Katastrophenvorsorge für Tiere in Nepal zu stärken.
Diese Partnerschaften und Vorbereitungsmaßnahmen unterstützen nun die laufenden Hilfsmaßnahmen. Der IFAW unterstützt erste Lageeinschätzungen über bestehende Kontakte in den betroffenen Gebieten. Gleichzeitig sammelt unser Team in China Informationen aus lokalen und regionalen Quellen, um ein umfassenderes grenzüberschreitendes Bild der Katastrophe und der sich abzeichnenden Bedürfnisse von Tieren zu erhalten.
Darüber hinaus hat der IFAW sein globales Netzwerk für Tierrettung in Katastrophengebieten informiert, damit bei Bedarf zusätzliche Fachkräfte mobilisiert werden können.
Unterstützung für Einsatzkräfte vor Ort
Es ist nicht das erste Mal, dass der IFAW gemeinsam mit Partnern in Nepal Hilfe leistet. Nach den verheerenden Erdbeben im Jahr 2015 arbeiteten Einsatzteams des IFAW sechs Wochen lang mit lokalen Organisationen zusammen, um Tiere und betroffene Gemeinden zu unterstützen. Auch in jüngerer Zeit hat der IFAW Sneha’s Care in Krisensituationen unterstützt.
Langjährige Partnerschaften und lokal verankerte Strukturen sind bei Katastrophen dieses Ausmaßes besonders wichtig. Lokale Organisationen kennen die Menschen vor Ort, die Gegebenheiten der Region und können eng mit Behörden sowie weiteren Einsatzkräften zusammenarbeiten, wenn neue Bedürfnisse entstehen.
Sobald die betroffenen Gebiete besser erreichbar sind und das Ausmaß der Katastrophe deutlicher wird, werden der IFAW, Sneha’s Care und weitere lokale Teams noch weitgreifender definieren können, welche Unterstützung Tiere und Menschen benötigen und wie Hilfsmaßnahmen bestmöglich umgesetzt werden können.
Unsere Gedanken sind bei den Menschen und Tieren vor Ort.
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