Brände in Spanien bedrohen Wildtiere
Brände in Spanien bedrohen Wildtiere
Jahrzehntelanger Arten- und Naturschutz hilft, Wildtiere vor den Folgen der Brände in Spanien zu schützen
Während die Teams von GREFA weiterhin hinsichtlich der Auswirkungen der verheerenden Brände in Zentralspanien im Einsatz sind, wird das Ausmaß auf einige der besonders bedrohten Wildtierarten der Region zunehmend sichtbar.
Die Brände, die Ende Juli die Sierra Oeste de Madrid sowie benachbarte Gebiete in Ávila und Toledo erfassten, zerstörten auf Zehntausenden Hektar wertvolle Lebensräume. Betroffen sind Brutgebiete, Nahrungsflächen und wichtige ökologische Korridore. Zu den geschädigten Gebieten gehören auch Lebensräume von Arten, für deren Schutz sich GREFA seit Jahrzehnten einsetzt, darunter Mönchsgeier, Habichtsadler, Spanische Kaiseradler und Steinadler.

Hoffnung für Habichtsadler
Die Brände erreichten mehrere Reviere von Habichtsadlern in der Sierra Oeste de Madrid, wo GREFA umfangreiche Monitoring- und Wiederansiedlungsmaßnahmen durchführt. Diese langfristigen Schutzmaßnahmen haben dazu beigetragen, das Aussterben der Art in der Region Madrid zu verhindern und ihre Erholung zu fördern.
Erfreulicherweise deuten die bisherigen Beobachtungen darauf hin, dass keine Habichtsadler durch die Brände ums Leben gekommen sind.
Besorgniserregender ist die Situation für die Mönchsgeier. Einige Jungvögel hatten ihre Nester noch nicht verlassen, als die Brände ausbrachen. Dazu gehören Tiere aus der großen Brutkolonie im Iruelas-Tal in Ávila, wo geschützte Lebensräume schwer beschädigt wurden. Auch weitere Jungvögel aus Kolonien in der Sierra Oeste de Madrid und den umliegenden Gebieten waren betroffen.
Mehrere verletzte Mönchsgeier-Jungvögel wurden gemeinsam mit anderen Wildtieren, die Verbrennungen oder andere Verletzungen erlitten haben, in das Wildtierkrankenhaus von GREFA gebracht. Für Arten, die bereits vor großen Artenschutzherausforderungen stehen, kann der Verlust von Brutvögeln, Jungtieren und wertvollen Lebensräumen noch lange nach dem Erlöschen der Flammen Folgen haben.

GPS-Ortung unterstützt die Einsatzteams
Technologien, die GREFA im Rahmen seiner langfristigen Arten- und Naturschutzarbeit einsetzt, unterstützen nun auch die Arbeit der Rettungsteams.
Einige der von GREFA überwachten Tiere tragen GPS-Sender. Dadurch können ihre Bewegungen auch während der Ausbreitung von Bränden verfolgt, potenzielle Gefahren erkannt und Rettungsmaßnahmen koordiniert werden.
Dass dieselben Instrumente, die zur Überwachung und Wiederherstellung von Wildtierpopulationen eingesetzt werden, sich auch in Notlagen als unverzichtbar erweisen, zeigt, wie langfristige Investitionen in den Arten- und Naturschutz die Reaktion auf Katastrophen stärken können.
Mönchsgeier während der Brände gezielt verfolgen
Dies gilt insbesondere für die Mönchsgeier. Während eines kürzlichen Brandes kontaktierten Einsatzkräfte GREFA, um Informationen über bekannte Nester der Art zu erhalten. So konnten die Vögel bei der Planung der Löscharbeiten berücksichtigt werden.
Zu dieser Jahreszeit sind Jungvögel besonders gefährdet. Obwohl sie bereits eine beachtliche Größe erreicht haben, verfügen sie häufig noch nicht über die Flugfähigkeiten, um einem nahenden Brand zu entkommen.
Eines der besonders aufmerksam überwachten Nester gehörte Escobalón, einem erwachsenen Mönchsgeier, den GREFA seit 2009 beobachtet, und seinem Jungvogel. Als sich das Feuer näherte, befürchtete das Team, dass der junge Vogel eingeschlossen werden könnte. Glücklicherweise überlebten beide Tiere. Ein beeindruckendes Foto zeigt den Jungvogel, der sich gemeinsam mit seinem Elternteil am Nest festhält, während in der Nähe ein Hubschrauber Löschwasser abwirft.
Doch nicht jeder junge Vogel blieb unverletzt. Im Wildtierkrankenhaus von GREFA wurde ein weiterer Jungvogel aufgenommen, der während der Brände aus seinem Nest gefallen war. Das Tier überlebte, erlitt jedoch Verbrennungen und weitere Verletzungen und wird nun behandelt und gepflegt. Das Team hofft, den Vogel nach seiner vollständigen Genesung wieder auswildern zu können.

Jedes Tier zählt
Jeder dieser Vögel ist wichtig. Der Schutz einzelner Brutvögel und ihrer Jungtiere trägt zur Erholung und Widerstandsfähigkeit der gesamten Population bei.
Ihre Geschichten zeigen außerdem, wie wertvoll Arten- und Naturschutzarbeit ist, die lange vor einer Katastrophe beginnt. Dank jahrelanger Beobachtung wusste GREFA, wo sich besonders bedrohten Vögel befanden, als die Brände ausbrachen, und konnte diese Informationen an die Einsatzkräfte weitergeben.
Mit Unterstützung von IFAW bewerten die Teams von GREFA weiterhin die Schäden in den betroffenen Gebieten und kümmern sich um Tiere, die in das Wildtierkrankenhaus gebracht werden.
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20. August 2026
Der IFAW unterstützt Nothilfemaßnahmen für Wildtiere, die von den Bränden betroffen sind
In diesem heißen Sommer gefährden Brände in ganz Spanien zahlreiche Wildtiere, Gemeinden und Lebensräume.
In der Autonomen Gemeinschaft Madrid haben Brände Gebiete mit Menschen und Wildtieren bedroht. Zahlreiche Wildtiere wurden verletzt, vertrieben oder sind auf Notfallversorgung angewiesen. Ein Großbrand brach am 23. Juli in San Martín de Valdeiglesias aus und erforderte sofortige Maßnahmen zum Schutz der Tiere in den betroffenen Gebieten.

Der IFAW unterstützt GREFA, Grupo de Rehabilitación de la Fauna Autóctona y su Hábitat, eine Organisation zur Rettung und Rehabilitation von Wildtieren, die zu einer wichtigen Anlaufstelle für die von den Bränden betroffenen Tiere geworden ist, mit finanzieller Soforthilfe.
Seit IFAWs Unterstützung benötigten 71 Wildtiere aufgrund der Brände Hilfe von GREFA, darunter 45 verletzte oder anderweitig betroffene Tiere, die direkt in die Wildtierklinik aufgenommen wurden. Außerdem wurden 26 Tiere aus Bildungseinrichtungen und zoologischen Zentren evakuiert, die von der Notlage bedroht waren.
Über 15 verschiedene Arten benötigen Hilfe
Die 45 verletzten oder gefährdeten Tiere, die von der GREFA aufgenommen wurden, gehören zu 17 verschiedenen Tierarten. Dadurch wird einmal mehr deutlich, wie ein Brand der Tierwelt einer gesamten Landschaft schaden kann.
Darunter befinden sich Mehl- und Rauchschwalben, Ringeltauben, Bienenfresser, Haussperlinge und andere Vögel. GREFA hat außerdem Greifvögel aufgenommen, u.a. zwei Mönchsgeier, einen Rotmilan, einen Wespenbussard, eine Schleiereule und einen Steinkauz.
Zu den Säugetieren, die Hilfe benötigen, gehören ein Reh, ein Damhirsch, ein Steinmarder und ein Wildschwein.
Jedes Tier stellt für das Team aus tierärztlichem Fachpersonal sowie Pflegerinnen und Pflegern von GREFA eine andere Herausforderung dar. Einige benötigen sofortige tierärztliche Behandlung, während es bei anderen möglicherweise einer langfristigen Rehabilitation bedarf, bevor diese wieder in die freie Wildbahn zurückkehren können.
Wir sind überzeugt, dass jedes einzelne Tier zählt. Bei bedrohten Arten kann die Rettung eines Tieres zur Erholung der Population beitragen. Greifvögel, insektenfressende Vögel, Aasfresser und Säugetiere spielen alle unterschiedliche Rollen in gesunden Ökosystemen. Wildtieren beim Überleben und bei der Erholung zu helfen, ist ein entscheidender Teil der Bemühungen, Landschaften nach einer Katastrophe vollständig wiederherzustellen.
Ein sicherer Zufluchtsort vor den Bränden
Die Rolle der GREFA geht über die Behandlung verletzter Wildtiere hinaus.
Als die Brände andere Auffangstationen bedrohten, wurden 26 weitere Wildtiere zu ihrer Sicherheit durch die GREFA evakuiert. Dabei handelte es sich überwiegend um Greifvögel, darunter ein Steinadler, ein Habichtsadler, ein Wanderfalke, ein Uhu, ein Gänsegeier sowie Schwarzmilane, Schleiereulen und Turmfalken.
GREFA bot den Tieren sechs Tage lang eine vorübergehende Unterbringung und Quarantäne, bis die Behörden feststellten, dass eine Rückkehr für die Tiere sicher war.
Diese Fähigkeit, schnell zu reagieren, ist bei einer sich rasch ausbreitenden Katastrophe von entscheidender Bedeutung. Als eines der größten Rettungs- und Rehabilitationszentren für Wildtiere in Europa nimmt GREFA Meldungen über in Not geratene Tiere entgegen, entsendet Teams zur Rettung von Wildtieren und sorgt in seiner Wildtierklinik für tierärztliche Behandlung und Rehabilitation. Der Notrufdienst ist jeden Tag im Jahr erreichbar.

Der IFAW schickt finanzielle Soforthilfe
Da der Einsatz bei den verheerenden Bränden für zusätzliche Anforderungen an die Mitarbeitenden, die Klinik und die Ressourcen der GREFA sorgt, stellt der IFAW finanzielle Soforthilfe zur Unterstützung der Arbeit der Organisation bereit.
Unsere Unterstützung wird dazu beitragen, die zusätzlichen Kosten für die Rettung von Wildtieren, tierärztliche Behandlung und Rehabilitation, Transport, Tierfutter und tägliche Pflege, Personal sowie vorübergehende Quarantäne zu decken.
Für ein von einem Brand betroffenes Tier ist die Rettung oft nur der erste Schritt. Je nach Schwere der Verletzungen kann die Genesung eine spezialisierte tierärztliche Behandlung erfordern, gefolgt von Tagen, Wochen oder möglicherweise Monaten der Rehabilitation.
Die Unterstützung von Organisationen wie der GREFA trägt dazu bei, dass geschulte lokale Einsatzkräfte über die notwendigen Ressourcen verfügen, um im entscheidenden Augenblick handlungsfähig zu sein: vom Moment der Meldung oder Rettung eines Tieres über die Behandlung bis hin zu dessen Rückkehr in die Wildnis, sofern dies möglich ist.
Hilfe für Tiere in Zeiten der Klimakrise
Brände können noch lange nach dem Abklingen der Flammen weitreichende Folgen für die Tierwelt haben. So sind überlebende Tiere möglicherweise verletzt oder vertrieben. Zusätzlich kann der Verlust der Vegetation dazu führen, dass ihnen die Nahrung, das Wasser, der Schutz und die Nistplätze fehlen, auf die diese Tiere angewiesen sind.
Solche Folgeerscheinungen von Bränden üben auch zunehmenden Druck auf die Menschen aus, die sich für den Schutz der Tiere einsetzen. Wildtierrettungsteams, tierärztliches Personal, Tierpflegerinnen und -pfleger, Freiwillige und lokale Gemeinden können alle dazu beitragen, dass Tiere überleben und sich erholen.
Da Extremwetterereignisse in vielen Teilen der Welt das Risiko und die Schwere von Katastrophen erhöhen, wird es immer wichtiger, in lokale Einsatzkapazitäten zu investieren. Der IFAW arbeitet mit lokalen Partnern zusammen, damit Fachwissen und Ressourcen dort zur Verfügung stehen, wo sie für Tiere und Gemeinden den größten Unterschied bewirken können.
In Spanien bedeutet dies, GREFA zur Seite zu stehen, während deren Teams sich weiterhin um die von den Bränden dieses Sommers betroffenen Wildtiere kümmern.
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