Urlaub mit gutem Gewissen: 8 Tipps zum Schutz von Wildtieren
Urlaub mit gutem Gewissen: 8 Tipps zum Schutz von Wildtieren
Hamburg, 2. Juli 2026 – Ein Selfie mit einem Tigerbaby, ein Korallenarmband als Souvenir oder ein Elefantenritt im Urlaub – was für viele Reisende nach einer besonderen Urlaubserinnerung aussieht, kann Wildtiere gefährden oder den illegalen Handel mit geschützten Arten fördern. Vielen Urlauber:innen ist nicht bewusst, dass bereits der Kauf eines scheinbar harmlosen Mitbringsels zum Artensterben beitragen kann. Die Tier- und Artenschutzorganisation IFAW (International Fund for Animal Welfare) gibt zum Start der Sommerferien acht einfache Tipps für einen verantwortungsvollen Urlaub.

„Viele Urlauber:innen möchten Tiere in ihrer natürlichen Umgebung erleben, ohne ihnen zu schaden. Doch nicht jedes Angebot ist so harmlos, wie es scheint. Schon mit wenigen bewussten Entscheidungen können Reisende Wildtiere und ihre Lebensräume schützen und dazu beitragen, die Nachfrage nach Produkten aus bedrohten Arten zu senken“, sagt Robert Kless, IFAW Länderdirektor Deutschland. „Wer verantwortungsvoll reist, leistet einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz. Jede Reise bietet die Chance, positive Entscheidungen für Wildtiere zu treffen.“
8 einfach umzusetzende Tipps für einen verantwortungsvollen Urlaub:
- Kein Selfie mit Wildtieren machen.
Fotos mit in Gefangenschaft gehaltenen Wildtieren wie Tigerbabys, Faultieren, Affen oder Greifvögeln gehören zu den beliebtesten Urlaubsmotiven. Dahinter stehen jedoch häufig Stress, schlechte Haltungsbedingungen oder sogar Wildfänge. Die schönsten Erinnerungen entstehen, wenn Wildtiere aus respektvoller Distanz in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet werden. - Tierattraktionen kritisch hinterfragen.
Ob Elefantenreiten, Delfinshows oder Wildtiere zum Anfassen – viele touristische Angebote gehen zulasten des Tierwohls. Wer stattdessen seriöse Trekking- und Fototouren unternimmt oder Schutzgebiete besucht, unterstützt einen verantwortungsvolleren Tourismus. - Korallen mit Abstand bewundern.
Korallenriffe sind empfindliche Lebensräume. Schon eine kurze Berührung beim Schwimmen oder Schnorcheln kann die langsam wachsenden Korallen dauerhaft schädigen. Korallen sollten daher weder angefasst noch betreten werden. Als „korallenfreundlich“ oder „rifffreundlich“ gekennzeichnete Sonnencremes können zudem helfen, die Belastung der Riffe durch schädliche Stoffe zu verringern. - Bei Souvenirs zweimal hinschauen.
Schmuck aus Elfenbein oder Schildpatt, Produkte aus Krokodil- oder Schlangenleder, Muscheln, Korallen, präparierte Seepferdchen oder Haifischzähne werden in vielen Urlaubsländern offen verkauft. Viele dieser Souvenirs stammen jedoch von geschützten Arten und können bei der Einreise nach Deutschland beschlagnahmt werden. - Auch beim Essen bewusst wählen.
In manchen Urlaubsländern stehen Fleisch und andere Produkte von gefährdeten Tierarten wie Walen, Haien, Affen oder Meeresschildkröten auf der Speisekarte. Reisende sollten darauf verzichten. Abzulehnen sind auch Schlangenwein oder -schnaps mit eingelegten Schlangen. - Produkte der traditionellen chinesischen Medizin mit Vorsicht behandeln.
Manche vermeintlichen Naturheilmittel enthalten Bestandteile geschützter Tierarten wie Tiger, Nashörner, Bären, Kobras oder Seepferdchen. Für Reisende ist dies häufig nicht auf den ersten Blick erkennbar. - Lieber lokales Kunsthandwerk als Tierprodukte kaufen.
Mitbringsel aus Keramik, Holz (Achtung bei Tropenholz!), Textilien oder Metall sind nicht nur authentische Reiseerinnerungen, sondern unterstützen lokale Kunsthandwerker:innen – ganz ohne Wildtiere zu gefährden. - Im Zweifel lieber verzichten.
Viele Produkte wirken legal und werden offen angeboten. Ist nicht eindeutig nachvollziehbar, woraus ein Souvenir besteht oder woher es stammt, gilt die einfachste Regel: lieber nicht kaufen. Lebende Tiere sollten grundsätzlich niemals als Mitbringsel erworben werden.
Was viele Urlauber:innen nicht wissen: Der Kauf eines Souvenirs kann ungewollt dazu beitragen, Wildtiere und seltene Pflanzen unter Druck zu setzen. Die biologische Vielfalt steht weltweit zunehmend unter Bedrohung. Schätzungen zufolge könnten bis 2030 rund 20 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sein.
Robert Kless: „Unsere Arbeit zeigt immer wieder, dass touristische Nachfrage ein wichtiger Treiber für den Handel mit Wildtieren und Wildtierprodukten ist. Umso wichtiger ist es, dass Reisende bewusste und gut informierte Entscheidungen treffen.“
Jedes Jahr beschlagnahmt der deutsche Zoll illegal eingeführte Souvenirs und Produkte aus geschützten Arten. Viele Tiere, die für diesen Handel gefangen werden, sterben bereits vor dem Verkauf. Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) regelt den internationalen Handel mit gefährdeten Arten und untersagt ihn für mehr als 900 besonders bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Dazu zählen unter anderem Elefanten, Tiger, Meeresschildkröten und bestimmte Orchideen.
Für weitere Infos oder Interviews kontaktieren Sie bitte:
Raphael Heinetsberger
Pressesprecher
t: +49 (0) 40 866 500 38
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