Herber Schlag für Wildtiere: Großflächiger Holzeinschlag im Glenbog State Forest
Herber Schlag für Wildtiere: Großflächiger Holzeinschlag im Glenbog State Forest
Von Neree Pateman, IFAW Oceania Program Officer
***UPDATE 20. Mai 2026*** Eine bedeutende Wendung in die richtige Richtung
In der Kampagne zum Schutz des Glenbog State Forest hat es eine bedeutende Wendung gegeben. Nach anhaltendem Engagement aus der Bevölkerung und zunehmender öffentlicher Aufmerksamkeit hat sich die Forestry Corporation New South Wales (NSW) aus etwa der Hälfte des ursprünglich geplanten Gebietes zum großflächigen Holzeinschlag zurückgezogen. Diese Entscheidung dürfte 70 Höhlenbäume des Südlichen Großflugbeutlers sowie 750 Wombat‑Baue schützen, also lebenswichtige Lebensräume für die heimischen Tierarten sichern.
Dieser Fortschritt ist ein eindrucksvoller Beweis für die Kraft gemeinschaftlichen Handelns und wissenschaftlicher Arbeit. Die gesammelten Daten haben entscheidend dazu beigetragen, die ökologische Bedeutung dieses Waldes und die Risiken durch großflächigen Holzeinschlag aufzuzeigen.
Doch die Bedrohung ist noch nicht gebannt.
Für den verbleibenden Teil des Glenbog State Forest ist weiterhin ein großflächiger Holzeinschlag geplant. Dort sind Lebensräume von Wildtieren nach wie vor von Zerstörung bedroht. Ohne anhaltende Aufmerksamkeit könnten die bisherigen Erfolge nur unvollständig bleiben. Dieser Moment ist zugleich ein Erfolg und eine Warnung. Er eröffnet ein entscheidendes Zeitfenster, um den Schutz für den gesamten Wald zu stärken und sicherzustellen, dass Entscheidungen mit Auswirkungen auf Wildtiere auf fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhen.
Jetzt ist der Moment, weiterzumachen. Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass der Glenbog State Forest nicht nur teilweise, sondern vollständig geschützt wird. Erheben Sie Ihre Stimme für die Tiere, bitte unterzeichnen und teilen Sie unsere Petition.
***UPDATE 11. Mai 2026*** Holzeinschlag verschoben
Der Holzeinschlag im Glenbog State Forest wurde bis mindestens zum 1. Juni 2026 verschoben. Dies ist ein positives Zeichen und ein Beweis für den koordinierten Druck, der auf die Forestry Corporation of NSW ausgeübt wurde. Jetzt gilt es diesen Druck aufrechterhalten.
Bitte unterzeichnet und teilt unsere Petition, um den Glenbog State Forest weiter zu schützen.
***UPDATE 1. Mai 2026*** Beginn der Arbeiten für Anfang Mai geplant
Uns haben alarmierende Nachrichten erreicht: Der großflächige Holzeinschlag im Glenbog State Forest soll bereits (heute) am 1. Mai beginnen.
Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass vor Beginn solcher Arbeiten alle sechs Monate ökologische Untersuchungen zum Schutz des bedrohten Südlichen Großflugbeutlers durchgeführt werden müssen. Laufen diese Untersuchungen ab, müssen die Arbeiten gestoppt werden, bis neue Erhebungen vorliegen. Die derzeit gültigen Untersuchungen laufen am 11. Mai ab, also nur zehn Tage nach dem geplanten Beginn des Holzeinschlags.
Das bedeutet, dass der Holzeinschlagbeginnen könnte, während entscheidende Schutzmaßnahmen für Wildtiere kurz davorstehen auszulaufen. Es ist entschlossenes Handeln gefragt. Bitte unterzeichnen und teilen Sie unsere Petition, um den großflächigen Holzeinschlag zu stoppen und Tiere zu schützen, die selbst keine Stimme haben.
30. April 2026
Im Süden von New South Wales liegt der Glenbog State Forest.
Auf den ersten Blick mag er wie viele andere Wälder wirken. Doch Glenbog ist etwas Besonderes. Er ist einer der letzten verbliebenen hochgelegenen Nebelwälder im Süden von New South Wales. Aufgrund seiner Höhenlage und geografischen Lage bleibt Glenbog kühler und feuchter als die umliegenden Gebiete. Tiefliegende Wolken und Nebel halten die Feuchtigkeit im Wald selbst dann, wenn benachbarte Landschaften austrocknen.

Aufgrund der Klimakrise werden Orte wie Glenbog immer wichtiger. Hitzewellen, Dürren und Brände treten immer häufiger und intensiver auf. Wenn andere Lebensräume zu heiß oder zu trocken werden, können Wälder wie Glenbog Wildtieren einen sicheren Rückzugsort bieten.
Dennoch ist der Glenbog State Forest nun für den großflächigen Holzeinschlag vorgesehen, darunter auch Gebiete, in denen bedrohte Arten vorkommen.
Ein lebenswichtiger Lebensraum für Wombats, bedrohte Gleitbeutler und gefährdete Vogelarten
Glenbog ist ein bedeutendes Rückzugsgebiet für zwei einheimische Beuteltierarten: den laut Roter Liste der IUCN stark gefährdeten Südlichen Großflugbeutler (Petauroides volans) und den gefährdeten Großen Gleithörnchenbeutler (Petaurus australis).
Diese kleinen, baumbewohnenden Tiere sind auf Wälder mit alten Bäumen und natürlichen Baumhöhlen angewiesen – als Schutz, Nistplatz und zur Aufzucht ihrer Jungen. Junge neu heranwachsende Wälder können diesen Verlust nicht ausgleichen. Baumhöhlen benötigen oft mehr als 100 Jahre, um sich zu bilden. Werden alte Bäume gefällt, verlieren Gleitbeutler ihre Behausungen, oft für mehrere Generationen.
Im vergangenen Jahr untersuchten Freiwillige aus der Region Gebiete, die für den großflächigen Holzeinschlag vorgesehen sind, und dokumentierten:
- 132 Bäumen mit Höhlen des Südlichen Großflugbeutlers
- Eine Baumhöhle sowie mehrere Nahrungsbäume des Großen Gleithörnchenbeutlers
- Weit verbreitete Spuren von Gleitbeutler‑Aktivität
Jeder Höhlenbaum ist ein Zuhause. Jeder einzelne steht für Schutz, Sicherheit und eine Zukunft für Wildtiere. Wenn sich so viele dieser Lebensräume in einem einzigen Gebiet für Holzarbeiten befinden, wirft das ernste Fragen auf, ob diese Arbeiten überhaupt stattfinden dürfen.
Glenbog ist außerdem ein wichtiger Lebensraum für Nacktnasenwombats (Vombatus ursinus). In den für die Abholzung vorgesehenen Bereichen wurden über 950 Wombatbaue identifiziert. Diese Baue sind komplexe unterirdische Tunnelsysteme, die über viele Wombat‑Generationen hinweg genutzt und erweitert werden.

Angesichts der Vielzahl an Baue ist das Risiko für die Tiere erheblich. Auch für zahlreiche Vogelarten ist der Wald von großer Bedeutung.
Erhebungen dokumentierten Flammenkehlchen, Sichtungen und Rufe des laut Roter Liste der IUCN gefährdeten Helmkakadu (Callocephalon fimbriatum) sowie das Vorkommen des Riesenkauzes (Ninox strenua) und von Rußeulen (Tyto tenebricosa). Diese Vogelarten stehen bereits stark unter Druck, durch großflächigen Lebensraumverlust und die Klimakrise.
Warum Glenbog jetzt so wichtig ist
Die hohe Dichte an Gleitbeutlern, Wombats und Vögeln zeigt, dass Glenbog alles andere als ein gewöhnlicher Wald ist. Er ist ein lebendiger Rückzugsort voller Biodiversität und in einer sich verändernden Umwelt von wachsendem Wert.

Werden Wälder wie dieser einmal abgeholzt, lassen sie sich nicht einfach ersetzen.
Alte Bäume, Nisthöhlen sowie die kühlen, stabilen Bedingungen, auf die Wildtiere angewiesen sind, benötigen Jahrhunderte, um sich zu erholen. Ihr Verlust heute bedeutet, dass wir sie möglicherweise zu unseren Lebzeiten nicht wiedersehen werden.
Genau deshalb ist Glenbog so wichtig und verdient unseren Schutz.
Der IFAW hat sich mit anderen Organisationen in ganz Australien zusammengeschlossen, um ein Ende des geplanten großflächigen Holzeinschlags in Glenbog zu fordern. Auch Sie können Ihre Stimme erheben, um Wildtiere zu schützen, wertvolle Lebensräume zu bewahren und zu verhindern, dass Tiere ihr Zuhause verlieren.
Unser Team in Australien bitte um weltweite Unterstützung für diese Petition, um möglichst viele Unterschriften vorlegen zu können und zu zeigen: Auf die internationale Gemeinschaft schaut zu. Bitte fügen Sie Ihren Namen der Liste hinzu. Lassen Sie uns Stellung beziehen!
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