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Brände in Griechenland bedrohen Tiere und Menschen
Mehr dazuStatement zur Veröffentlichung der HBO-Max-Dokumentationsserie „Monsters of God“
Zitat von Andreas Dinkelmeyer, Kampagnenleiter des IFAW in Deutschland:
„Die neue HBO-Serie „Monsters of God“ zeigt die Brutalität, die hinter der weltweiten Faszination für die Haltung von Reptilien steckt.
Jeder Kauf befeuert die Nachfrage nach Tierarten, von denen viele durch Lebensraumverlust, Umweltverschmutzung und den Klimawandel bedroht werden. Reptilien sind zu Sammlerobjekten geworden, begehrt wegen ihrer Seltenheit, ihres Aussehens oder ihrer Strahlkraft in sozialen Medien. Was oft als harmlose Faszination dargestellt wird, ist in Wirklichkeit ein grausames Geschäft.
Das Kernproblem bleibt die Nachfrage. Es wird nur das geschmuggelt, was auch jemand kaufen will. Der Wunsch nach sogenannten exotischen Haustieren ist nicht neu. Früher wurde er durch das Fernsehen angeheizt. Der Hype um die „Teenage Mutant Hero Turtles“ führte in den 1990er-Jahren zu einem Boom bei Wasserschildkröten als Haustieren. Viele von ihnen wurden später ausgesetzt, als sie ihren Aquarien entwachsen waren.
Heute wird diese Nachfrage rund um die Uhr direkt auf unseren Smartphones befeuert, wo echte Wildtiere als außergewöhnliche Haustiere vermarktet werden und die Grausamkeiten hinter den Kulissen herausgeschnitten werden. Die wilden Tiere selbst können mittlerweile tatsächlich mit nur wenigen Klicks gekauft werden.
Denn die neue Serie von Eric Goode sollte nicht zu dem Irrglauben verleiten, es handle sich hier um ein rein US-amerikanisches Problem. Deutschland und zahlreiche andere Länder in Europa spielen weiterhin eine bedeutende Rolle als Zielmärkte und Transitländer im internationalen Reptilienhandel.
Viele Menschen unterliegen außerdem dem Irrtum, dass sich legaler und illegaler Handel klar voneinander trennen ließen. In Wirklichkeit ist diese vermeintlich eindeutige Grenze oft verschwommen und wird der Realität des globalen Reptilienhandels nicht gerecht. Der Handel mit Reptilien und anderen wilden Tierarten ist von erheblichen Grauzonen und rechtlichen Schlupflöchern geprägt. Wild gefangene Tiere werden immer wieder als legal gehandelte Nachzuchten deklariert und so in den Markt eingeschleust. Zudem darf die vermeintliche Legalität eines Tieres nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch in Gefangenschaft gezüchtete wilde Tiere eben Wildtiere bleiben. Viele ihrer natürlichen Bedürfnisse lassen sich in privater Haltung nur schwer oder gar nicht erfüllen. Wirkliche Sicherheit würde auch Verbraucher:innen in Deutschland nur die überfällige Einführung einer Positivliste bringen – nur Tierarten, die darin aufgeführt sind, können dann noch als Haustiere gehalten werden.
Eine der größten Herausforderungen ist das mangelnde öffentliche Bewusstsein für die dunkle Seite des Wildtierhandels. Das Leid hinter diesem Handel bleibt allzu oft unsichtbar. Zu hoffen bleibt, dass „Monsters of God“ letztlich der Aufklärung des Publikums und damit der Prävention dient, anstatt durch die Darstellung obskurer Persönlichkeiten und exzentrischer Lebensstile die Haltung exotischer Haustiere erneut zu glorifizieren.
Denn Wildtiere sind kein Hype und keine Sammlerobjekte – sie gehören in die Natur.“
Hinweis an die Redaktionen:
Der IFAW hat Anfang 2026 die europaweite Aufklärungskampagne „Liked to death: Wie soziale Medien den illegalen Wildtierhandel befeuern“ gestartet. Sie basiert auf Erkenntnissen aus der globalen Arbeit des IFAW zur Bekämpfung von Wildtierkriminalität sowie auf einer aktuellen europäischen Studie zu als „exotische Haustiere“ gehaltenen Wildtieren und einer Umfrage unter Halter:innen solcher Tiere im Vereinigten Königreich.
Mit einem geschätzten Volumen von sieben bis 23 Milliarden US-Dollar pro Jahr zählt der weltweite Wildtierhandel zu den größten illegalen Märkten der Welt. Mit der Kampagne macht der IFAW auf den Zusammenhang zwischen digitaler Aufmerksamkeit und realem Tierleid aufmerksam. Ziel ist es, Menschen davon abzuhalten, Inhalte in sozialen Medien zu liken oder zu teilen, die Wildtiere als vermeintlich geeignete exotische Haustiere darstellen und dadurch deren Haltung normalisieren sowie die Nachfrage nach ihnen fördern.
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