Unterstützung gemeinschaftsgetragener Elefantenrettung im Norden Kenias
Unterstützung gemeinschaftsgetragener Elefantenrettung im Norden Kenias
Der IFAW unterstützt die Reteti Elefanten-Rettungsstation im Norden Kenias dabei, Elefanten in Not zu retten und zu rehabilitieren und die Koexistenz von Menschen und Wildtieren in der Samburu‑Landschaft zu fördern.
Das Problem
Im Norden Kenias teilen sich Elefanten weite Flächen mit den Menschen vor Ort, die für ihren Lebensunterhalt ebenfalls auf dieses Land angewiesen sind. Mit dem zunehmenden Druck durch die Auswirkungen der Klimakrise, Veränderungen der Lebensräume und daraus folgenden steigenden Konflikten zwischen Menschen und Wildtieren kommt es immer häufiger vor, dass Elefantenkälber von ihren Herden getrennt oder zu Waisen werden. Da Dürren zur Realität der Region gehören, besteht für Elefanten im Norden Kenias zudem z.B. ein erhöhtes Risiko, in Brunnen zu stürzen.
Junge Elefanten sind in den ersten Lebensjahren für Milch, Schutz und soziales Lernen von ihren Müttern abhängig. Ohne ihre Mütter haben verwaiste Kälber kaum eine Chance, in der Wildnis zu überleben.
Langfristige Arten- und Naturschutzmaßnahmen hängen zudem von der Bevölkerung vor Ort ab. Die Menschen vor Ort bewirtschaften die Landschaften seit Generationen: erfolgreicher Arten- und Naturschutz muss daher sowohl Wildtiere als auch die Menschen unterstützen, die sich mit ihnen die Landschaften teilen.
Die Lösung
Der IFAW arbeitet mit der Reteti Elefanten-Rettungsstation zusammen, der weltweit ersten von einer indigenen Gemeinschaft gegründeten und geführten Elefantenauffangstation. Sie liegt in der 340.000 Hektar großen Namunyak Community Conservancy im Norden Kenias.
Reteti befindet sich im Besitz der lokalen Samburu‑Gemeinschaft und wird von ihr betrieben. Entstanden ist die Rettungsstation aus einer einfachen, aber kraftvollen Idee: Der Schutz von Wildtieren und der Schutz der Lebensgrundlagen der Menschen vor Ort gehören untrennbar zusammen. Die Teams arbeiten mit Leidenschaft daran, verwaiste Elefantenkälber zu retten und ihnen die spezialisierte Pflege zu geben, die sie für ihre Genesung benötigen.
Bei einer Rettung wartet das Team bis zu 72 Stunden, um der Mutter jede mögliche Chance zur Rückkehr zu geben, bevor das Kalb nach Reteti gebracht wird. Diese Geduld hat bereits über 40 allein gefundene Elefantenkälber wieder mit ihren Müttern vereint. In der Rettungsstation erhalten gerettete Kälber intensive Versorgung, dazu zählen regelmäßige Fütterungen, tierärztliche Check-Ups und der soziale Halt durch andere verwaiste Elefanten.
Während der täglichen Pflege singen die Teams den Kälbern vor. Das Singen für z.B. Nutztiere ist eine lange Tradition der Samburu, und die vertrauten Melodien helfen, die Elefanten zu beruhigen und die Bindung zwischen Kälbern und Betreuungspersonal zu stärken. Mit zunehmender Kraft verbringen die Kälber immer mehr Zeit damit, die umliegende Landschaft zu erkunden und erlernen Schritt für Schritt die Fähigkeiten, die sie für ein selbstständiges Leben in Freiheit benötigen.
Seit der Eröffnung im Jahr 2016 hat Reteti mehr als 150 verwaiste Elefanten gerettet. Dutzende von ihnen konnten erfolgreich in die Wildnis zurückkehren.
Im Rahmen von IFAWs Room to Roam‑Initiative trägt diese Partnerschaft dazu bei, Rettungs‑ und Wiederauswilderungsmaßnahmen auszuweiten und zugleich das gemeinschaftsgetragene Arten- und Naturschutzmodell zu stärken, das Reteti so einzigartig macht.
Was wir bisher erreicht haben
Reteti zeigt eindrucksvoll, wie gemeinschaftsgetragener Arten- und Naturschutz Wildtiere schützen und gleichzeitig die Menschen vor Ort sowie den Erhalt ihrer Lebensgrundlagen unterstützen kann.
Die geretteten Elefanten erhalten eine zweite Chance zu wachsen, sich zu erholen und schließlich in die Wildnis zurückzukehren. Viele von ihnen haben sich bereits wieder erfolgreich wildlebenden Herden in der umliegenden Landschaft angeschlossen und tragen so zur Stabilität der Elefantenpopulationen in Kenia bei.
Geschichten wie die von Long’uro, einem verwaisten Elefantenkalb, das bei einem Hyänenangriff Teile seines Rüssels verloren hat, zeigen die Widerstandskraft dieser Tiere und das Engagement der Menschen, die sich um sie kümmern. Mit Unterstützung von Veterinär- und Pflegeteams entwickelt sich Long’uro heute gut: Er frisst, spielt und knüpft soziale Bindungen.
Durch die Unterstützung von Reteti stärkt IFAW einen Arten- und Naturschutzansatz, bei dem die Bevölkerung vor Ort den Schutz von Wildtieren und der gemeinsam genutzten Landschaften anführen. Gemeinsam geben wir verwaisten Elefanten eine zweite Chance und tragen dazu bei, dass sowohl Menschen als auch Wildtiere im Norden Kenias eine Zukunft haben.
Mit großer Unterstützung können wir Großes leisten. Bitte spenden Sie, um Tieren zu helfen.