Tierrettung bei Katastrophen – Europa
Indem wir Tiere vor, während und nach Katastrophen retten, helfen wir auch den MenschenHitze und Brände in Frankreich: Wildtierauffangstationen an der Belastungsgrenze
Hitze und Brände in Frankreich: Wildtierauffangstationen an der Belastungsgrenze
Frankreich kämpft mit den Auswirkungen der Hitzewellen und verheerenden Brände. Es wurden bereits weit über 10.000 Brände von der französischen Zivilschutzbehörde registriert. Mehr als 115.000 Hektar sind den Bränden zum Opfer gefallen, weit mehr als im gesamten Jahr 2025.
Angetrieben von der Klimakrise wird die Brandsaison in Frankreich zudem immer länger. Sie reicht inzwischen weit über den traditionellen Zeitraum von Juli bis August hinaus und erstreckt sich von Juni bis Oktober. Trockenere Luft und ausgetrocknete Böden führen dazu, dass die Vegetation über längere Zeiträume hinweg hochentzündlich bleibt.
Wildtiere: Oft übersehene Opfer
Tausende Hektar Land werden durch die Brände zerstört. Das Massensterben von Insekten, Reptilien, Amphibien, Vögeln und Säugetieren, sowohl großen als auch kleinen Arten, stellt einen erheblichen ökologischen Verlust dar, der oft übersehen.
Manche Tiere sterben direkt in den Flammen. Andere sterben, weil ihnen Nahrung, Wasser und Schutz fehlen, nachdem ihre Lebensräume zerstört wurden. Tiere, die vor den Bränden fliehen, können zudem verletzt werden, leichter Beutegreifern zum Opfer fallen oder von Fahrzeugen erfasst werden, wenn sie auf der Suche nach Sicherheit Straßen überqueren. Es kann zu Konflikten mit den Menschen vor Ort kommen, wenn Wildtiere auf der Flucht in Städte oder Dörfer gelangen.
Wildtierstationen an vorderster Front
Wildtierauffangstationen versorgen derzeit vor allem Tiere, die unter der extremen Hitze leiden. Nur vergleichsweise wenige Tiere werden als direkte Opfer der Brände eingeliefert. Tragischerweise können viele Tiere den Flammen nicht entkommen und erreichen nie eine Auffangstation. Andere überleben zwar, werden aber oft erst später aufgenommen, nachdem sie aus den Brandgebieten geflohen sind und unter Dehydrierung, Erschöpfung oder anderen Verletzungen leiden.

„Hinter jeder Statistik steht ein Tier in echter Not“
Aurore Morin, IFAW Kampagnenmanagerin in Frankreich, erklärt:
„Die Zahlen zu verbrannten Flächen und verletzten Tieren hier in Frankreich sind erschütternd. Seit Ende Mai hat eine ungewöhnlich frühe und anhaltende Hitzewelle mit Temperaturen von über 40 °C, Dürre und nun einer außergewöhnlich schweren Brandsaison die Wildtierauffangstationen des Landes an ihre Grenzen gebracht.
Rehkitze, die mitten auf der Straße zusammenbrechen, erschöpfte Mauersegler, dehydrierte Igel: Die Stationen sind überlastet, und hinter jeder Statistik steht ein Tier in echter Not. Das ist eine eindringliche Erinnerung daran, welche Folgen die Klimakrise bereits heute für Wildtiere hat, direkt vor unserer Haustür.“
Während sich diese Krise weiter zuspitzt, unterstützt der IFAW weiterhin ein französisches Netzwerk von Wildtierauffangstationen. Die Teams vor Ort arbeiten unermüdlich daran, den Tieren zu helfen, die noch gerettet werden können.
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21. Juli 2026
Extreme Hitzewellen in Frankreich: Der IFAW unterstützt mit Soforthilfen
Frankreich kämpft mit den Auswirkungen der Hitzewellen der ersten Sommermonate. Bislang sind 35.000 Hektar Lebensraum für Wildtiere Bränden zum Opfer gefallen, mehr als im gesamten Jahr 2025.
Wildtiere verlieren innerhalb kürzester Zeit ihr Zuhause. Igel, Füchse, Eichhörnchen und viele weitere Tiere sind verletzt, dehydriert und erschöpft. Die Auffangstationen füllen sich mit Tieren, die keinen anderen Zufluchtsort mehr haben.
Junge Mauersegler, Schwalben, Igel und andere bedrohte Tiere werden in Rekordzahlen in Wildtierauffangstationen eingeliefert. Viele von ihnen leiden unter Dehydrierung und Hitzestress.
Allein im Juni nahmen 20 Wildtierauffangstationen mehr als 8.750 Tiere auf, ein Anstieg von 30 % gegenüber dem Vorjahr. Mindestens 70 % der Einrichtungen haben ihre Kapazitätsgrenze erreicht, sodass einige vorübergehend keine weiteren Tiere aufnehmen können.
Die extreme Hitze hat schwerwiegende Folgen für Wildtiere. Die Temperaturen in den Nestern sind für viele Jungvögel lebensgefährlich geworden, insbesondere für Mauersegler, Schwalben und andere insektenfressende Arten. Viele Jungtiere stürzen vorzeitig aus ihren Nestern oder leiden unter Dehydrierung und Hitzestress. Auch Igel werden in bisher nie dagewesener Zahl eingeliefert, da sie unter Wassermangel leiden und infolge anhaltender Dürre immer weniger Nahrung finden, weil die Insektenbestände zurückgehen.
Die Krise trifft genau in die Hauptzeit der Aufzucht, in der Wildtierpflegestationen ohnehin bereits an ihrer Belastungsgrenze arbeiten und zahlreiche Jungtiere versorgen. Die außergewöhnlich hohe Zahl an aufgenommenen Tieren hat Wildtierauffangstationen in ganz Frankreich überfordert.
Um auf diesen Notfall zu reagieren, unterstützt der IFAW das Réseau de soins Faune Sauvage. Die finanzielle Soforthilfe hilft dabei, Wildtierpflegerinnen und Wildtierpfleger zu unterstützen und dringend benötigte Futtervorräte bereitzustellen.

Da Extremwetterlagen infolge der Klimakrise immer häufiger auftreten, spielen Wildtierauffangstationen eine entscheidende Rolle dabei, gefährdeten Tieren eine zweite Chance zu geben. Der IFAW ist stolz darauf, die Helferinnen und Helfer an vorderster Front zu unterstützen, die sich unermüdlich für das Wohl der Tiere einsetzen.
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