Wildtierfunde auf Souvenirmärkten

Im Folgenden sind einige Souvenirs aufgeführt, die in vielen Urlaubsregionen weltweit angeboten werden. Bitte beachten Sie, dass diese Liste nicht vollständig ist und weitaus mehr Produkte aus Wildtieren gehandelt werden. Bei Souvenirs aus Pflanzen, Tieren oder deren Bestandteilen sollten Sie generell äußerst vorsichtig sein. Am besten verzichten Sie grundsätzlich auf Mitbringsel dieser Art. Landestypische Textilien, Keramik, Metall- und Glasarbeiten, Steinschmuck oder Malereien können Sie hingegen ohne Bedenken und schlechtem Gewissen kaufen.

Elfenbein

Der internationale Handel mit Elfenbein wurde 1989 verboten. Dennoch werden nach wie vor Elefanten in Afrika und Asien gewildert, um die riesige Nachfrage nach Elfenbeinprodukten zu befriedigen. Typische Produkte aus Elfenbein sind: Essstäbchen, Haarkämme, Namenssiegel (Hankos) oder andere Schmuckstücke. Da diese Produkte in einigen Ländern öffentlich und selbstverständlich verkauft werden, realisieren die meisten Touristen nicht, dass es sich dabei meist um illegale Waren handelt.

 

Reptilienhäute

Aus Reptilienhäuten werden oft Taschen, Schuhe, Uhrenarmbänder und Gürtel gefertigt. Einmal in diese Form gebracht ist es sehr schwierig zu beurteilen, ob die Haut von einer gefährdeten Art stammt oder nicht. Viele Schlangen, Süßwasser-Schildkröten und Echsen sind geschützt. Produkte aus Alligatoren und Krokodilen werden mit am häufigsten vom Zoll beschlagnahmt.

 

Schildkrötenpanzer oder Schildpatt

Schildkrötenpanzer oder Schildpatt werden für den Souvenirhandel in der Regel zu Haarkämmen, Gestellen für Sonnenbrillen und Schmuck verarbeitet. Die Panzer stammen nicht wie häufig behauptet von Landschildkröten, sondern von Meeresschildkröten. Der wunderschöne Panzer der Karettschildkröte ist besonders gefragt. Alle Meeresschildkröten sind auf CITES-Anhang I gelistet, was den internationalen Handel mit diesen Produkten illegal macht. Dennoch sind sie nach wie vor weltweit in vielen Urlaubsregionen erhältlich.

 

Seepferdchen

Alle Seepferdchen-Arten sind seit November 2002 auf CITES-Anhang II gelistet. Seepferdchen werden hauptsächlich für die traditionelle Asiatische Medizin und als Souvenirs (in getrockneter Form) sowie als lebende Aquariumtiere gehandelt. Der weltweite Handel mit getrockneten Seepferdchen überstieg im Jahre 2000 die 70-Tonnen-Marke, was mindestens 24,5 Millionen getöteten Individuen entspricht. Im gleichen Jahr wurden Hunderttausende Tiere zudem für den Bedarf des exotischen Heimtiermarktes gefangen, der immer weiter expandiert.

 

Korallen

Korallen sind winzige Tierchen, die in großen Kolonien zusammenleben. Sie spielen eine äußerst wichtige Rolle im seichten Wasser (Flachwasserbereich) für die Riffökosysteme, wo sie Nahrung und Schutz für Tausende anderer Arten bieten. Korallen werden gewöhnlich für den Souvenirmarkt geerntet, insbesondere die schwarze und rote Koralle, aber auch die Busch- und Fingerkorallen.

 

Muscheln und Schneckengehäuse

Muscheln und Schneckengehäuse werden oft in einer großen Vielfalt an Farben und Größen angeboten. Die Menschen vor Ort erhalten in der Regel nur einen geringen Geldbetrag für die Muscheln. Deshalb sammeln und verkaufen sie große Mengen. Eine Gefahr für einige Arten – insbesondere die großen, wie Fechterschnecke oder Mördermuschel. Beide wachsen sehr langsam und benötigen viele Jahrzehnte bevor sie für den Handel entnommen werden. Diese Tiere sind wichtig für das Ökosystem der Riffe und bieten, wenn sie abgestorben sind, mit ihren Schalen Lebensraum für Einsiedlerkrebse oder junge Fische. Die Übernutzung hat beide Arten auf CITES-Anhang II gebracht.

 

Haizähne

Haifischzähne, als Anhängern oder ganze Kiefer sind in vielen touristischen Küstenorten überall auf der Welt erhältlich. Mehr als 100 Millionen Haie werden jährlich getötet. Der steigende Handel mit Haifisch-Souvenirs bringt viele Arten dem Aussterben näher. Für drei Haifischarten werden Import- und Exportgenehmigungen verlangt (Riesenhai, Weißer Hai und Walhai).

 

Großkatzen

Großkatzen sind die Opfer der Modeindustrie. Tiger, Leoparden, Geparden und Löwen werden schon lange wegen ihrer schönen und markanten Felle abgeschlachtet. Obwohl die Anzahl dieser Tiere in freier Wildbahn rapide sinkt und der internationale Handel mit ihnen verboten ist, geht der Handel mit Mänteln, Taschen, Teppichen und Trophäen unbeirrt weiter. Reisende sollten sich im Klaren sein, dass die Felle den Großkatzen gehören – und nicht uns!

 

Kaviar

Unter Kaviar versteht man die Eier vom Stör. Alle 27 Arten dieses Fisches sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht, weil sie meist vor ihrer Geschlechtsreife (mit etwa 25 Jahren) gefangen werden. So ist auch der Beluga-Stör, der weltweit größte Süßwasserfisch, (nach 250 Millionen Jahren auf der Erde) vom Ausstreben bedroht. Große Teile des Kaviarhandels werden von der russischen Mafia rund um das Kaspische Meer kontrolliert. Obwohl CITES 250 Gramm Kaviar für den persönlichen Gebrauch erlaubt, sollte man besser ganz darauf zu verzichten. 90% des Kaviars im Handel stammt aus illegalen Quellen.

 

Lebende Tiere

Leider werden auch zunehmend lebende Tiere im Urlaub gekauft, um sie als Geschenk oder Erinnerung mit nach Hause zu nehmen. Junge Maurische Landschildkröten sollen eine Überraschung für Kinder sein. Vogelspinnen, Skorpione oder ein Pfeilgiftfrosch werden als neue exotische Haustiere mitgebracht. Reisende verstecken sie gern für den Transport in einer Filmdose oder einer Seifenschachtel, ohne sich darüber im Klaren zu sein, dass viele dieser Arten geschützt sind. Sofern die Tiere überhaupt die Heimreise überleben, sterben die meisten zu Hause innerhalb kürzester Zeit. Die exotischen und zum Teil auch gefährlichen Tiere haben besondere Bedürfnisse, wenn Sie in Gefangenschaft leben müssen. Damit sind die Halter meistens überfordert. - Lassen Sie die Tiere in ihrer Heimat und in Freiheit leben.

 

Traditionelle Medizin

Die traditionelle Asiatische Medizin beruht auf althergebrachten Praktiken, die in Einzelfällen sehr wirkungsvoll sein können. In fernöstlichen Ländern suchen Touristen immer häufiger Mediziner dieser Schule auf, um sich von ihnen behandeln zu lassen. Die Medizin wird gewöhnlich aus Naturprodukten hergestellt, insgesamt aus nahezu 11.000 unterschiedlichen Arten. Hauptsächlich werden hierzu Kräuter, aber auch andere Pflanzen und Tiere verwendet. Die meisten Produkte stammen nicht von gefährdeten Arten – bedauerlicherweise einige aber eben doch. Für die Herstellung dieser Arzneien werden geschützte Tiere wie Tiger, Nashörner und Bären genutzt.  Knochen, Genitalien oder auch andere Organe des Tigers sollen die  Wehwehchen heilen. Es wird geschätzt, dass einer von 5.000 wilden Tigern jeden Tag für das Geschäft mit traditioneller Medizin gewildert wird.

 

Weitere Wildtier-Souvenirs

Obwohl der Kauf von Souvenirs aus Wildtrieren nicht immer illegal ist, sollten Sie trotzdem generell darauf verzichten. Viele dieser Produkte werden teilweise unter falschen Angaben verkauft. Bei vielen Pelzen, Fellen, Krallen, Zähnen, Vogeleiern sowie präparierten und ausgestopften Tieren (u.a Schmetterlinge, Vogelspinnen, Insekten, Reptilien) handelt es sich oft um Produkte von geschützten oder bedrohten Arten.