Hilfsprojekt für verwaiste Elefanten in Sambia

Das Lilayi Elefantenwaisenhaus am Stadtrand von Lusaka, der Hauptstadt von Sambia, ist das erste auf Elefanten spezialisierte Rehabilitationszentrum im südlichen Afrika.

Die geretteten Babyelefanten werden dort intensiv betreut, eingehend medizinisch untersucht und behandelt. Ein Team speziell ausgebildeter Tierpfleger aus der Region ist rund um die Uhr für die Tiere da und konzentriert sich anfangs vor allem darauf, den Elefanten die notwendige Stabilität und Sicherheit zu vermitteln, um nach den emotionalen Verletzungen, die sie erlitten haben, ihr Gleichgewicht wiederzufinden. Dazu machen sie täglich Spaziergänge mit den Jungen und halten sich auch nachts ganz in ihrer Nähe auf.

Sobald die Jungen nicht mehr mit der Milchflasche gefüttert werden müssen, bringt man sie in den geschützten Kafue-Nationalpark, wo die Tiere mit älteren Elefanten zusammentreffen und sich an ein selbständiges Leben ohne ständige Betreuung durch ihre Tierpfleger gewöhnen. Das Gebiet grenzt direkt an den Ngoma-Teakwald, in dem eine Elefantenpopulation mit knapp tausend Tieren lebt. Sie bietet den Waisen die Möglichkeit, sich Artgenossen in freier Wildbahn anzuschließen.

Das Hilfsprojekt für verwaiste Elefanten ist eine Gemeinschaftsinitiative von Game Rangers International, der David Sheperd Wildlife Foundation und der Zambia Wildlife Authority.

Die Elfenbeinwilderei im südlichen Afrika hat gigantische Ausmaße erreicht. Zudem sind auch Mensch-Tier-Konflikte und Unfälle immer häufiger Ursache für tragische Todesfälle. Junge Elefanten werden oft indirekt zu Opfern dieser Entwicklung. Babyelefanten können ohne die Fürsorge und die nahrhafte Milch der Mutter nicht überleben. Auch wenn die Tiere bereits etwas älter sind, haben sie wegen der fehlenden Anleitung durch die Mutter immer wieder Probleme bei der Nahrungssuche. Sie können zudem psychische Schäden davontragen, die dem posttraumatischen Stresssyndrom beim Menschen ähnlich sind. Oft zeigen sie Verhaltensstörungen und haben Probleme bei der Eingliederung in Herden.