Japan: mehr Walfleisch auf dem Markt als erlaubt

Dienstag, Juni 24, 2008
Santiago/Chile
Japanische Walfänger töteten mehr Finnwale, als die japanische Regierung offiziell deklariert. Eine neue wissenschaftliche Studie des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) belegte mittels DNA-Analyse, dass Japan nicht alle getöteten Wale an die zuständigen internationalen Gremien meldet.
„Offensichtlich ist Japan unfähig, seinen Markt für Walfleisch zu kontrollieren,“ kommentiert Naoko Funahashi, Leiterin des IFAW-Japan und Koautorin der Studie. „Unsere DNA Analyse belegt: Es wird Fleisch von mehr Finnwalen verkauft, als offiziell getötet wurden.“

Das Forscherteam unter der Leitung von Dr. Scott Baker (Oregon State University, USA) analysierte die DNA von 99 Walfleischprodukten, die auf japanischen Märkten seit 2006 gekauft worden waren. Das Fleisch stammte von sechs unterschiedlichen Walarten: Buckelwale, Finn-, Sei-, und Brydewal sowie vom Nordpazifischen und Antarktischen Zwergwal.

Die Finnwalproben wurden genauer untersucht und dabei Methoden der menschlichen Forensik angewandt. Das Ergebnis: das Fleisch stammt von 15 unterschiedlichen Tieren. Japan hatte aber laut offizieller Angaben nur 13 Finnwale in 2006 und 2007 in ihrem „wissenschaftlichen“ Walfangprogramm getötet.

„Auch offizielle Meldungen von Beifang oder in Fischernetzen umgekommenen Finnwalen können die Diskrepanz nicht erklären,“ so Dr. Ralf Sonntag, Direktor des IFAW-Deutschland. „Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten, wie das Fleisch in den Verkauf gelangte. Entweder Japan meldet nicht alle getöteten Wale oder die Regierung kann den illegalen Handel mit Walfleisch nicht unterbinden. Beide Möglichkeiten sind gleichermaßen erschreckend. Ein weiterer Beweis dafür, dass der Walfang außer Kontrolle ist und gestoppt werden muss.“

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