Erste Wolfswelpen in Brandenburg geboren

Donnerstag, Juli 19, 2007
Peitz
Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) freut sich über die ersten freilebenden Wolfswelpen in Brandenburg. Im Rahmen des durch den Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW) finanziell unterstützten Wolfsmonitorings in Südbrandenburg konnten Wissenschaftler des Wildbiologischen Büros Lupus auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Zschornoer Heide am Dienstag (17. Juli) erstmals Welpenspuren feststellen. Woidke: „Mit den ersten brandenburgischen Jungwölfen ist nun endgültig auch in der Niederlausitz der Durchbruch bei der Wiederkehr der Wölfe erfolgt.“ Naturschützer und Mitarbeiter der Landesforstverwaltung haben diesen Prozess der natürlichen Wiedereinwanderung der Wölfe aufmerksam begleitet. „Brandenburg hat sich seit Jahren auf die Rückkehr der Wölfe vorbereitet“, so der Minister, „und bereits 1994 in einem Wolfsmanagementplan Grundlagen für den Umgang mit dieser interessanten Tierart erarbeitet.“
Darin werden sowohl das Wissen über diese Tierart zusammenfasst als auch Strategien zur Lösung möglicher Probleme entwickelt. Darauf aufbauend ist ein Paket vorbereitet worden, das Regelungen zur Förderung von Schutzmaßnahmen in Tierhaltungsbetrieben und zur finanziellen Unterstützung für den Fall enthält, dass es in seltenen Einzelfällen doch einmal zu einem Wolfsschaden kommt. Die ersten Förderanträge für Maßnahmen zur Abwehr von Wölfen von Schafherden oder von Damwildgattern sind in Brandenburg bereits bewilligt worden.
 
Mit dem Zschornoer Rudel gibt es in diesem Jahr wahrscheinlich insgesamt vier kleine Wolfsrudel mit Welpen in der Lausitz, denn in Sachsen ist in diesem Jahr auch ein weiteres zu den beiden bisher bekannten Wolfsfamilien hinzugekommen.
In West- und Mitteleuropa ist der Wolf im 18. und 19. Jahrhundert fast ausgerottet worden. Wenige Tiere überleben in Westeuropa noch in Portugal und Spanien sowie in Südost- und Osteuropa.

Seit den 70-er Jahren stabilisierte sich die Population in Ostpolen und der Slowakei. In Westpolen wurde eine kleine Gruppe unweit der Oder heimisch. Anfang der 90-er Jahre begann eine natürliche Wiedereinwanderung nach Brandenburg.

Wölfe sind nicht jagdbar und genießen auf Grund nationaler und internationaler Rechtsvorschriften in der Europäischen Union strengsten Schutz. Die Tötung eines Wolfes wird daher als Straftat verfolgt.
 
Erst mit dem Wirksamwerden des strengen gesetzlichen Schutzes, den Wölfe auf der Grundlage europäischer und nationaler Rechtsvorschriften genießen, ist es den Tieren möglich geworden, in Gebieten, in denen sie ehemals heimisch waren, wieder sesshaft zu werden. Die Fortpflanzung werten Wolfskundler als spektakulären Erfolg.
 
So hat sich auch der Internationale Tierschutz-Fonds IFAW der Unterstützung des Wolfsmanagements in Deutschland verschrieben. Nachdem bereits im vergangenen Jahr dem ehrenamtlichen Naturschützer Reinhard Möckel in einem durch den Brandenburgischen Naturschutzfonds geförderten Projekt der Nachweis eines einzelnen Wolfes mit einer Fotofalle gelungen war, konnten durch das Engagement des IFAW im Gebiet des Zschornoer Waldes weitere digitale Fotofallen eingesetzt sowie intensive Forschungen finanziert werden. „Durch unsere Unterstützung sind die Experten vor Ort bestens über die Entwicklung des Wolfbestands in diesem Teil Brandenburgs informiert“, erklärt IFAW-Mitarbeiter Robert Kleß. „Voraussetzung eines effektiven Wolfsmanagements - sowohl im Hinblick auf den Schutz des Wolfes als auch im Hinblick auf die Prävention von Schäden an Haustieren -  ist die genaue Kenntnis, wo wie viele Tiere vorkommen.“ Deshalb wird flächendeckend ein funktionierendes Beobachtungsnetz eingerichtet, auch um Berichtspflichten über diese Tierart gegenüber der EU nachzukommen. Schon jetzt gibt es in Brandenburg ehrenamtlich tätige, speziell geschulte Wolfsbetreuer, darunter viele Forstleute und Jäger, deren Arbeit durch das Landesumweltamt koordiniert wird.

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