„Gesetzwidrig“: Rechtsexperten überprüfen Japans Walfang

Freitag, Juni 2, 2006
Paris
Nach internationalem Recht ist Japans so genannter wissenschaftlicher Walfang gesetzwidrig und verstößt gegen wichtige Abkommen, so auch gegen das Walfang-Verbot der Internationalen Walfang-Kommission (IWC).
Dies erklärte ein internationales Gremium unabhängiger Rechtsexperten, das sich in Paris mit der Thematik eingehend beschäftigte. Das Ergebnis der Überprüfung widerspricht der Einstellung Japans, dass das Land das Recht habe, im Namen wissenschaftlicher Forschung Wale kommerziell zu jagen.
 
Das Gremium bestand aus Professoren für Öffentliches und Internationales Recht aus Australien, Frankreich, Großbritannien, Mexiko, der Schweiz und den USA.
 
In zwei Wochen wird die Internationale Walfang-Kommission im karibischen St. Kitts ihre Jahreskonferenz abhalten, und es wird erwartet, dass Japan dort wieder, wie jedes Jahr, für den Walfang stark Propaganda machen wird. Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds), der die juristische Überprüfung in Auftrag gab, erklärte, der „Pariser Report über ungesetzlichen Walfang“ stärke die Argumente gegen den japanischen Walfang.
 
„Die Weltgemeinschaft muss Japan zur Rechenschaft ziehen für seine Missachtung internationalen Rechts,“ fordert Dr. Ralf Sonntag, deutscher Meeresbiologe und Leiter von IFAW Deutschland.
 
Neben Verstößen gegen das Reglement der IWC stellen die Juristen auch Verletzungen der Seerechtskonvention der UNO, der Konvention für Biodiversität, des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens (engl. CITES) und der Konvention zum Schutz der Antarktis-Gewässer CCAMLR) fest.  
 
Im April war die japanische Walfangflotte aus der Antarktis zurückgekehrt, wo sie 853 Wale getötet hatte. Letzte Woche lief sie zum Walfang im Nordpazifik aus.

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