Der IFAW appelliert an Touristen

Donnerstag, Juni 9, 2005
Bremen
Die bundesweite Kampagne zum Thema Reise-Souvenirs und Artenschutz präsentiert der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) heute mit der Unterstützung des Hauptzollamts Frankfurt am Main und dem Bundesamt für Naturschutz auf dem Flughafen Bremen. Unter dem Motto "Kein Tier als Urlaubs-Souvenir" appellieren sie an Reisende, auf Mitbringsel, die aus Tieren hergestellt wurden, aus Gründen des Tier- und Artenschutzes zu verzichten.
Informationsmaterialien erklären die Hintergründe und weisen auf Möglichkeiten für einen tierfreundlichen Urlaub hin.
 
Mit Unterstützung der Flughafen Bremen GmbH präsentiert der IFAW im Abflugterminal eine Schauvitrine. Sie zeigt typische, von den Zollbehörden beschlagnahmte Souvenirs. Robert Kleß, vom IFAW-Deutschland, erläutert: "Die Reisenden können so bereits vor dem Antritt ihres Urlaubs sehen, welche Mitbringsel sie meiden sollten."
 
Das sind Produkte wie Elfenbeinschnitzereien, Riesenmuscheln, Korallenschmuck, Brillengestelle aus Schildkrötenpanzer (Schildpatt), Handtaschen oder Schuhe aus Reptilienleder, Pelze und Felle, präparierte oder ausgestopfte Tiere oder gar lebende Exemplare wie Papageien, Vogelspinnen oder Reptilien als exotische Haustiere.
 
"Häufig werden derartige Reisemitbringsel an den Urlaubsorten ganz offen auf den Märkten oder am Strand verkauft,“ erklärt Robert Kleß. "Dadurch kommen viele Menschen gar nicht auf die Idee, dass der Kauf solcher Mitbringsel für viele Tierarten eine massive Bedrohung darstellt."
 
Viele Tierarten stehen bereits unter dem strengen Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA, englisch CITES). Das Mitbringen von Produkten, die aus geschützten Tieren hergestellt wurden, ist somit verboten oder erfordert besondere Genehmigungen. Verstößt der Reisende wissentlich oder unwissentlich gegen diese Regelungen, erwarten ihn hohe Geld- oder sogar Gefängnisstrafen.
 
Kleß weiter "Viele Leute glauben, dass hinter dem Handel mit derartigen Produkten kriminelle Banden stecken. Aber in Wirklichkeit geht weit mehr als die Hälfte der Zigtausende jährlich beschlagnahmter Produkte auf das Konto von Touristen."
 
Der IFAW rät den Reisenden, anstelle von Urlaubs-Souvenirs aus Tieren lieber landestypisches Kunsthandwerk aus unproblematischen Materialien zu erwerben. 
Die heutige Veranstaltung am Flughafen Bremen ist bereits die zweite Präsentation der IFAW-Kampagne. Geplant sind in nächster Zeit weitere Vorstellungen der Kampagne an anderen Flughäfen (so Berlin-Schönefeld und Frankfurt am Main).

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Pressekontakt

Andreas Dinkelmeyer (IFAW, Germany)
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