Seltene Gerfalken am Moskauer Flughafen beschlagnahmt

Dienstag, November 23, 2010
Moskau
Zollbeamte beschlagnahmten vorgestern acht seltene und vom Aussterben bedrohte Gerfalken am Moskauer Flughafen Scheremetjewo. Eine Frau wollte sie als Gepäck getarnt außer Landes nach Syrien schmuggeln. Sie wurden in das Greifvogel-Rehabilitationszentrum des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) in Moskau gebracht, wo sie behandelt und später wieder ausgewildert werden.

Die Vögel waren in Tücher gewickelt und mit Kapuzen versehen. Je vier waren in einem Karton verstaut und sollten im Frachtraum befördert werden. Die Passagierin, die das Gepäck eingecheckt hatte, wurde aus dem Flugzeug geholt und festgenommen. Ein wilder Gerfalke bringt auf dem Schwarzmarkt bis zu 40.000 Euro.
„Es ist illegal, diese bedrohten Falken to töten, zu fangen oder mit ihnen Handel zu treiben“, so Masha Vorontsova, Leiterin des IFAW-Russland. „Trotzdem werden jedes Jahr mindestens 100 Gerfalken aus Russland herausgeschmuggelt. Das liegt hauptsächlich an der großen Nachfrage aus dem Nahen Osten, wo die Falknerei immer beliebter wird.“

Nach Einschätzung der Behörden wurden diese Tiere im Osten Russlands gefangen und per Flugzeug nach Moskau transportiert. Bei zwei Sicherheitschecks und einer Zollinspektion blieben sie unentdeckt. Sie fielen erst beim Verladen in die Maschine nach Damaskus auf.

Der IFAW-Ornithologe und Vogel-Rehabilitationsexperte Sergej Ganusevich erwartet, dass alle acht Vögel überleben werden. Vorraussichtlich werden Sie nächsten Monat nach Kamtschatka gebracht und dort ausgewildert. Die IFAW-Station in Moskau hat in den letzten zehn Jahren mehrere Dutzend Gerfalken und andere bedrohte Greifvögel rehabilitiert und ausgewildert. Die meisten waren Opfer des illegalen Wildtierhandels.

Gerfalken leben im Fernen Osten Russlands. Sie sind die größen und kräftigsten aller Falken und sind seit dem Mittelalter in der Falknerei begehrt. Es gibt heute noch etwa 1000 wild lebende Gerfalkenpaare in Russland, die meisten leben in der Nähe des Polarkreises von der Kola-Halbinsel bis Tschukotka und Kamtschatka.

Gerfalken werden sowohl auf der Roten Liste der IUCN als auch bei CITES auf Anhang I geführt. Letzteres verbietet jeden internationalen kommerziellen Handel mit diesen Vögeln. Der IFAW arbeit in Russland mit den Behörden zusammen, um CITES-Bestimmungen wirksam durchzusetzen.

Der Schmuggel mit seltenen Greifvögeln aus oder durch Russland ist ein wachsendes Problem, das viele seltene Arten gefährdet wie die Sakerfalken und die Wanderfalken.

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