Tiger in indischem Nationalpark vergiftet

Donnerstag, November 18, 2010
Neu Delhi, Indien
Ein Bengalischer Tiger wurde gestern in dem Tigerschutzgebiet Sariska im Bundesstaat Rajastan im Norden Indiens gewildert. Ein weiterer Tiger aus dem Park wird vermisst.

„Erst am Dienstag wurde ein gewilderter Tiger in Russland gemeldet, nun einer in Indien, und das kurz vor dem internationalen Tiger-Gipfel in St. Petersburg. Die Situation für die Tiger wird immer dramatischer,“ kommentiert Dr. Vivek Menon, Leiter des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) in Indien. „Die Zeit für die Tiger läuft ab. Wenn wir nicht schnell handeln, wird es in Freiheit bald keine dieser prächtigen Tiere mehr geben.“


Vor fünf Jahren waren alle Tiger in dem Reservat ausgerottet worden. 2008 startete dann ein Programm zur Wideransiedlung der Tiere. Fünf Tiger wurden ausgewildert. Ziel ist es, wieder eine überlebensfähige Population aufzubauen.


Als Reaktion auf den jetzigen Fall stellte der indische Staat fünf Millionen Euro bereit, um die in dem Schutzgebiet Sariska lebenden 10.000 Dorfbewohner umzusiedeln.


Das nun getötete, männliche Tier wurde vermutlich vergiftet. Es war zufällig der erste dort angesiedelte Tiger.


„Wollen wir die letzten 3000 Tiger in freier Wildbahn retten, müssen wir jetzt handeln,“ so Menon weiter. „Die Handlungsoptionen liegen klar auf dem Tisch, nun müssen die Staatschefs endlich handeln und den Worten Taten folgen lassen.“


Vom 21. bis 24. November treffen sich in St. Peterburg die Staatschefs der 13 Länder, in denen Tiger leben. Sie wollen sich auf einen koordinierten, globalen Plan verständigen, damit sich die Zahl der wild lebenden Tiger innerhalb der nächsten zwölf Jahre verdoppeln kann. Hauptpunkte werden der Schutz der Lebensräume sein und die Bekämpfung des Handels mit Tigerprodukten.

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