Geschmuggelte Schildkröten kehren in ihre Heimat Madagaskar zurück

Donnerstag, Oktober 21, 2010
Hamburg
411 in Malaysia konfiszierte Schildkröten werden heute in ihre Heimat Madagaskar zurückgebracht. Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) und die französische Schildkrötenschutzorganisation SOPTOM (www.villagetortues.com) organisieren und finanzieren die Rückführung.

Die Tiere wurden illegal in der Wildnis Madagaskars gefangen, jeder Handel mit ihnen ist untersagt, da sie auf Anhang I des Internationalen Artenschutzübereinkommens (CITES) stehen. Die Strahlenschildkröte, Gewöhnliche Spinnenschildkröte und Madagassische Schnabelbrustschildkröte gehören zu den seltensten, am meisten bedrohten und gehandelten Schildkrötenarten weltweit. Sie waren vermutlich für öffentliche Märkte in China bestimmt, als sie im Juli am Flughafen von Kuala Lumpur beschlagnahmt wurden. In China zahlen Sammler bis zu 3.600 Euro für ein lebendes Exemplar, in Japan oder den USA sogar bis zu 7.000 Euro.


„Täglich werden Madagaskars natürliche Ressourcen ein bisschen mehr geplündert, um den großangelegten illegalen Handel zu bedienen,“ so Bernard Devaux, Leiter von SOPTOM. „Daher ist die Rückführung endemischer Arten besonders wichtig, um zu zeigen, dass die Fauna Madagaskars in ihrer natürlichen Umgebung erhalten und vor einem Ausverkauf geschützt werden muss.“


Die Schildkröten werden nach Madagaskar geflogen und weiter in das von SOPTOM betriebene „Ifaty Schildkrötendorf“ gebracht, wo sie zunächst zwölf Monate in einer Quarantänestation leben und gründlich untersucht werden, bevor sie in das sieben Hektar große Schutzgebiet entlassen werden.


„Die Behörden von Malaysia und Madagaskar haben hier beispielhaft zusammengearbeitet, um diese Rückführung zu ermöglichen,“ so Celine Sissler-Bienvenue, Leiterin des IFAW-Frankreich. „Aber das darf es jetzt nicht gewesen sein. Nur eine engere Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern wird den illegalen Handel nach Asien langfristig wirksam bekämpfen können.“

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