IFAW fordert mutige Entscheidungen von der Biodiversitätskonferenz

Freitag, Oktober 15, 2010
Nagoya, Japan
Bei der am Montag beginnenden Vertragsstaatenkonferenz der Biodiversitätskonvention (CBD) fordert der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds www.ifaw.org) mutige Beschlüsse, um den Verlust der Artenvielfalt und das Artensterben zu stoppen. Der IFAW hat offiziellen NGO-Beobachterstatus und zwei Mitarbeiter vor Ort.

„Arten verschwinden schneller als jemals zuvor von unserem Planeten, trotz jahrzehntelanger Naturschutzbemühungen,“ so Peter Pueschel, Vertreter des IFAW bei internationalen Konventionen. „Von Tigern, Elefanten und Meeressäugern bis zu Fröschen, Primaten und Haien: Die Durchschnittspopulation wild lebender Tiere sank in den letzten 40 Jahren um fast ein Drittel.“

Der IFAW verlangt eine umfassende Strategie für das nächste Jahrzehnt, die die Geschwindigkeit des Habitatverlustes sowie die Dezimierung und das Aussterben bedrohter Arten aufhält und gleichzeitig den Schutzstatus von mindestens zehn Prozent der gegenwärtig gefährdeten Arten bis 2020 verbessert. Außerdem soll sichergestellt werden, dass weder wild lebende Arten noch Ökosysteme durch internationalen Handel gefährdet werden.

In ihrer Publikation „Global Biodiversity Outlook“ stellte die Konvention Anfang des Jahres fest, dass das Milleniumsziel, den Biodiversitätsverlust bis 2010 deutlich zu reduzieren, nicht erreicht wurde. Weiterhin konstatierte sie, dass die Bedrohung für die Artenvielfalt kaum abgenommen und in vielen Fällen durch menschliche Aktivitäten wie Umweltverschmutzung, Lebensraumzerstörung und Wildtierhandel sogar zugenommen hat.

„Arten, die von den Menschen als Handelsware benutzt werden, sind schon per se dem Risiko des Raubbaus bzw. der Auslöschung ausgesetzt,“ so Pueschel. „Wenn wir den Verlust der Artenvielfalt aufhalten wollen, muss die Menschheit endlich begreifen, dass es einfacher und weitaus billiger ist, die Ausbeutung der Arten zu vermeiden, als sie zu retten, wenn sie bereits vom Aussterben bedroht sind.“

Der IFAW plädiert außerdem dafür, sich der immens wachsenden Bedrohung für Wale und andere marine Arten durch Meereslärm anzunehmen. Studien haben ergeben, dass der zunehmende Lärmpegel unter Wasser die Laute der Wale und anderer Meeressäuger erstickt. Das hat dramatische Auswirkungen auf die Nahrungs- und Partnersuche, die Aufzucht, Navigation und Kommunikation über lange Distanzen.

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