EU-Handelsverbot für Robbenprodukte tritt in Kraft

Donnerstag, August 19, 2010
Brüssel, Belgien
Die Europäische Union wird morgen ein Handelsverbot für alle Robbenprodukte einführen. Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) begrüßt diese bedeutende Gesetzgebung als Meilenstein in seiner Kampagne gegen die kommerzielle Robbenjagd.

„Das EU-Handelsverbot ist der bisher größte Erfolg in unserer 40jährigen Kampagne gegen die Robbenjagd,“ so Dr. Ralf Sonntag, Leiter des IFAW-Deutschland. „Wir sind sehr froh über diese Entscheidung der EU. Es ist das Ergebnis vieler Jahre harter Arbeit. Aber am Ziel sind wir erst, wenn die kommerzielle Robbenjagd ein für allemal beendet ist und so lange werden wir weiter dafür kämpfen.“

Das EU-Gesetz verbietet den Handel mit allen Robbenprodukten aus kommerziellen Jagden, das betrifft vor allem Kanada, Namibia und Norwegen. Es sieht Ausnahmeregelungen für Inuit und andere indigene Völker vor.

In den letzten zwei Jahren hat die Zahl der in Kanada getöteten Robben stark abgenommen. Die Jäger erlegten nur etwa 25 Prozent der erlaubten Quote. „Die Ankündigung des EU-Handelsverbots spielt hier sicher eine große Rolle,“ so Sonntag. „Aber es zeigt auch, dass es weltweit keine Nachfrage nach Robbenprodukten mehr gibt. Das sollte die kanadische Regierung endlich berücksichtigen. Statt dessen versucht sie, neue Märkte wie China zu gewinnen. Sie stellt sich damit gegen den Rest der Welt.“

Weltweit wurden in den letzten Jahren Gesetze gegen die Robbenjagd erlassen. Die russische Regierung beendete 2009 ihre Robbenjagd im Weißen Meer. Insgesamt 30 Länder haben den Handel mit Robbenprodukten verboten, darunter sieben von Kanadas Top-Exportstaaten.

Kanada und Norwegen haben bei der Welthandelsorganisation (WTO) Einspruch gegen das EU-Handelsverbot eingelegt. Dieses Prozedere wird weit mehr Geld verschlingen, als die Robbenjagd einbringt. Umfragen in Kanada haben gezeigt, dass die Mehrheit der Kanadier dafür ist, das Geld in die Beendigung der Robbenjagd zu investieren, statt es in kostspielige WTO-Verfahren zu stecken.

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