Kein Tier als Urlaubs-Souvenir

Dienstag, Juli 13, 2010
Hamburg
„Kein Tier als Urlaubs-Souvenir“ – mit diesem Appell fordert der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) zu Beginn der Ferienzeit Urlauber auf, keine Reiseandenken mitzubringen, die aus Teilen geschützter Wildtiere hergestellt wurden.

Ob Elfenbein-Schnitzereien, Korallen, Schildpatt-Broschen, Krokodiltaschen, Tigerwein oder Produkte der asiatischen Medizin: Für all diese Mitbringsel müssen Wildtiere ihr Leben lassen.
„Viele Händler bieten diese Souvenirs offen auf Märkten und in Geschäften an. Deshalb kommen Urlauber oft gar nicht auf die Idee, dass der Import nach Deutschland illegal sein könnte oder dass grausame Machenschaften dahinter stecken“, sagt Robert Kless vom IFAW-Deutschland.
Tatsächlich aber werden die exotischen Souvenirs häufig aus Tieren und Pflanzen gefertigt, die unter dem Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (CITES) stehen. Diese Produkte dürfen gar nicht oder nur mit Genehmigungen international gehandelt werden. Die Statistik des Bundesamts für Naturschutz (BfN) zeigt das Ausmaß des Handels: 2009 registrierten die Zoll-behörden 1364 Fälle von Beschlagnahmungen. Dabei wurden 640 Elfenbein-schnitzereien, 736 ausgestopfte Tiere, 520 Lederprodukte und 6369 Korallen sichergestellt.
Führt ein Tourist solche Andenken im Gepäck, drohen hohe Geld- oder sogar Haftstrafen. So mussten Reisende nach Angaben des BfN schon mal bis zu 1.200 Euro Bußgeld zahlen für die Einfuhr von Schnitzereien aus Elefantenelfenbein oder 1.000 Euro für eine präparierte Meereschildkröte aus Vietnam. Für einen Leopardenschädel aus den USA, Ursprungsland Simbabwe, verhängte der Zoll eine Strafe von 900 Euro.
„Viele Reisende sind sich gar nicht bewusst, dass sie sich mit ihren Urlaubssou-venirs am häufig illegalen Handel mit Wildtieren beteiligen. Das ist ein Mordsgeschäft, das nach Schätzungen von Interpol jährlich weltweit etwa 20 Milliarden US-Dollar einbringt und nur noch vom Drogen- und Waffenhandel übertroffen wird,“ so Kless weiter.
Der IFAW rät Reisenden, anstelle von Urlaubs-Souvenirs aus Tieren lieber landestypisches Kunsthandwerk beispielsweise aus Keramik, Textilien oder Draht zu erwerben. Für die Herstellung solcher Produkte müssen keine Wildtiere sterben, und die Urlauber unterstützen mit dem Kauf zudem die lokale Wirtschaft. Mit Vitrinen an den Flughäfen Berlin, Hamburg, Bremen, Münster/Osnabrück und Dresden sowie mit einem kostenlos zu beziehenden Faltblatt klärt der IFAW Reisende über fragwürdige Souvenirs und den Bezug zum Artenschutz auf.

Post a comment

Pressekontakt

Dörte von der Reith
Telefon:
040-866 500 33
Mobiltelefon:
0160-90486493
E-Mail: