IWC: Walfang soll legalisiert werden

Dienstag, Februar 23, 2010
Hamburg
Ein Vorschlag der Internationalen Walfangkommission (IWC) wurde jetzt bekannt, der die Legalisierung des Walfangs zumindest für die nächsten 10 Jahre zur Folge hätte. Damit würde das seit 1986 geltende Walfangverbot aufgehoben.

„Der Vorschlag liest sich wie ein langfristiges Schutzprogramm für Walfang, den Walen hilft er nicht,“ kommentiert Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). „Das Papier wurde hinter verschlossenen Türen ausgeklüngelt. Es legalisiert den Walfang und hebelt den Schutz im antarktische Walschutzgebiet aus. Dieser Vorschlag ist eine große Gefahr für die Wale.“


Trotz Walfangverbots betreiben Japan, Norwegen und Island kommerziellen Walfang. Japan hatte in den vergangenen Jahren ihm freundlich gesinnte Länder für die IWC rekrutiert, um dort eine Stimmenmehrheit zu erreichen. Ziel dieser Stimmenkauf-Politik war eine Aufhebung des Walfangverbots. Obwohl Japan dies bisher nicht erreicht hat, hat es die inzwischen 88 Länder zählende IWC in Walfangbefürworter und Walschutz-Länder gespalten.


Einige Länder erachteten die Situation in der IWC als unhaltbar. Eine „kleine Arbeitsgruppe“ wurde eingerichtet und 2009 eine zusätzliche, noch kleinere, „Unterstützergruppe“.


Die aus zwölf Ländern, darunter auch Deutschland, bestehende „Unterstützergruppe“ stellt ihren Kompromissvorschlag nun der „kleinen Arbeitsgruppe“ am 2. bis 4. März vor. Schon auf der Vertragsstaatenkonferenz der IWC im Juni könnte das Papier verabschiedet werden.


„Der jetzige Vorschlag ist kein Kompromiss,“ erklärt Sonntag weiter. „Er ist letztendlich eine Belohnung der Walfangländer für ihr beharrliches Ignorieren der IWC. Indem das Walfang-Moratorium aufgehoben wird verlieren die Wale ihren Schutz. Dafür machen die Walfangländer Island, Norwegen und Japan kurzfristige und unbedeutende Zugeständnisse. Deutschland darf nicht zulassen, dass der unnötige und grausame Walfang auf diesem Wege legalisiert wird."

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