Bericht kritisiert Grausamkeit norwegischer Robbenjäger

Dienstag, Februar 16, 2010
Hamburg
Ein offizieller Bericht über die norwegische Robbenjagd 2009 belegt, dass ungeheuerliche Tierquälerei zur täglichen Routine der Robbenjäger gehört. Für den IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) ist der von einer Regierungsinspektorin verfasste Report ein weiterer Beweis für die Brutalität aller Robbenjagden.

Der kürzlich veröffentlichte Bericht beschreibt die Aktivitäten auf einem von drei Schiffen, die letztes Jahr von Anfang April bis Mitte Mai an der norwegischen Robbenjagd teilnahmen. Das Dokument listet diverse Verstöße gegen Jagd-Vorschriften auf, darunter das Auf-den-Haken-Nehmen noch lebender Jungtiere, Schießtraining auf lebende Robben, nachlässiges, wiederholtes Schiessen, das zu unnötigem Leid führt, sowie das Feuern auf ins Wasser flüchtende Tiere, die dann qualvoll ertrinken. Generell verurteilt der Bericht die amateurhafte Durchführung der Jagd, bei der ein Jäger beispielsweise auf Robben schoss, in deren unmittelbarer Nähe sich einer seiner Kollegen befand. Der Kapitän des Schiffes bezeichnete seine Besatzung als „schießwütig“.   
„Es steht außer Frage, dass dem verantwortlichen Kapitän sofort die Lizenz entzogen werden muss. Mit diesem eindeutigen Beweis der Unmenschlichkeit, mit der die Robbenjagd durchgeführt wird, fordern wir die norwegische Regierung auf, dieser nationalen Schande ein Ende zu bereiten,“ so Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW. „Die Produkte der Robbenjagd will keiner haben, die Jäger sind Stümper und die Jagd ist unökonomisch und nur mit hohen staatliche Subventionen durchzuführen.“
Angesichts dieser neuen Beweise und eines neuen Tierschutzgesetzes scheint die politische Unterstützung der kostspieligen Jagd in Norwegen zu schwinden. Die Jagdindustrie ist sehr klein: 2009 töteten die Jäger 8.000 von erlaubten 40.000 Jungtieren.
Kanada und Norwegen reichten kürzlich eine WTO-Klage gegen das europäische Handelsverbot für Robbenprodukte ein. Nach ersten Konsultationen müssen die beiden Länder entscheiden, ob sie in die nächste Instanz gehen wollen oder eine internationale Anhörung doch besser vermeiden sollten.

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