Illegaler Handel tötet 104 Elefanten täglich

Dienstag, Oktober 20, 2009
Hamburg
Wilderer töten 38.000 Elefanten pro Jahr für illegales Elfenbein, das sind 104 Tiere pro Tag, so eine Schätzung von Wissenschaftlern. Der Handel floriert, obwohl die internationale Staatengemeinschaft im Oktober vor 20 Jahren bei der Artenschutzkonferenz CITES (Convention on International Trade in Endangered Species) den Handel mit Elfenbein verboten hatte.

Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) fordert Deutschland und die Europäische Union auf, die Elefanten wieder besser zu schützen und jeglichen Handel mit Elfenbein zu verbieten. Bei der anstehenden Artenschutzkonferenz CITES im März 2010 darf der Schutzstatus der Elefanten nicht verringert werden, auch wenn dies Länder wie Tansania und Sambia fordern.
„Es ist ein Skandal, dass in den letzten 12 Jahren das Elfenbeinhandelsverbot so verwässert wurde, das sich die Wilderei wieder lohnt und Elefanten massiv gefährdet,“ so Peter Pueschel vom IFAW. „Um die Elefanten Afrikas zu retten, muss jeder Elfenbeinhandel unterbunden werden.“
Vor 20 Jahren zeigte das Handelsverbot Wirkung: Die Wilderei an Elefanten nahm in den meisten Ländern deutlich ab. Allerdings ging seit 1996 mit der Diskussion über sogenannte Einmalverkäufe von Lagerbeständen an Elfenbein auch ein deutlicher Wiederanstieg der Wilderei einher.
Illegales Elfenbein wird zudem benutzt, um kriegerische Konflikte zu finanzieren, ähnlich der „Blutdiamanten“, die in den 1990er Jahren die Bürgerkriege in Westafrika finanzierten.
„Deutschland und die EU stehen in der Pflicht diese fatale Entwicklung zu stoppen,“ so Pueschel weiter. „Setzt sich die neue Bundesregierung mit der Europäischen Union nicht für einen ausnahmslosen Schutz der Elefanten ein, könnten Elefanten in weiten Teilen Afrikas schon in 15 Jahren ausgestorben sein.“
Interpol schätzt, dass jährlich illegale Wildtierprodukte und Wildtiere im Wert von 20 Milliarden US-Dollar gehandelt werden. Nur der Wert geschmuggelter Drogen und Waffen ist höher.

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