Island zielt wieder auf Finnwale

Donnerstag, Juni 18, 2009
Reykjavik, Island
Letzte Nacht begann Island mit der Jagd auf Finnwale. Bis September wollen die Walfänger 150 der bedrohten Tiere harpunieren.

„Der Walfang ist grausam und unnötig. Die isländische Regierung sollte dieses Unterfangen sofort beenden,“ kommentiert Andreas Dinkelmeyer, Pressesprecher des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). „Studien belegen, dass manche der von explosiven Harpunen getroffenen Wale über eine halbe Stunde leiden, bevor sie sterben.“

Am 26. Mai hatten die Walfänger schon begonnen, Zwergwale zu jagen. Die isländische Regierung erlaubte Anfang des Jahres, dass 200 der Tiere in dieser Saison getötet werden dürfen. Seit 2003 jagt Island jährlich wieder Zwergwale, zunächst für angeblich wissenschaftliche Zwecke. 2006 genehmigte die Regierung auch den kommerziellen Walfang auf Zwergwale und erstmalig ebenfalls auf Finnwale.

„Es gibt kein einziges einleuchtendes Argument für den Walfang,“ so Dinkelmeyer weiter. „Es gibt kaum einen Markt für Walfleisch. Das Beste für Island wäre, die Jagd sofort zu beenden und seine wertvolle Whalewatching- und Tourismusindustrie zu schützen. Unverantwortlich ist es zudem, eine bedrohte Art wie den Finnwal zu jagen. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt den Finnwal auf der roten Liste. Die weltweite Population dieser Art hat über die letzten drei Generationen (1927 bis 2007) um über 70 Prozent abgenommen.“

Japan wäre weltweit der einzige Abnehmer für Walfleisch. Exporte dorthin sind aber extrem schwierig und teuer. 3.000 Tonnen Walfleisch aus der japanischen Jagd lagern laut japanischem Statistikbüro noch in den Kühlhäusern.

Meinungsumfragen in Island belegen, dass es auf der Atlantikinsel kaum Interesse an Walfleisch gibt, lediglich 1,1 Prozent der Isländer geben an, einmal die Woche oder öfter Walfleisch zu essen (Gallup Umfrage in Island 2006). Das Whalewatching ist hingegen eine wachsende Industrie, die jährlich etwa sechs Millionen Euro erwirtschaftet.

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