60 Elefanten müssen umziehen

Montag, Juni 8, 2009
Kapstadt, Südafrika
In Malawi, im südlichen Afrika, müssen mehr als 60 Elefanten ihren Lebensraum verlassen. Heute Morgen wurden die ersten neun von ihnen gefangen. Damit beginnt die gemeinsame Umsiedelungsaktion vom IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) und der Regierung Malawis. Die Elefanten werden in ein 250 Kilometer entferntes Schutzgebiet transportiert.

Der Umzug aus dem Phirilongwe Gebiet am südlichen Ende des Malawisees ist notwendig geworden, nachdem der Konflikt zwischen Menschen und Dickhäutern über die letzten Jahre immer weiter eskalierte.

Die zunehmende Ausdehnung der bewirtschafteten Felder in den Lebensraum der Elefanten und der damit einher gehende Verlust des natürlichen Nahrungsangebots für die Elefanten führte dazu, dass sie immer öfter Felder zerstörten oder in die Vorratsspeicher der Bauern einbrachen.

Im Laufe der Auseinandersetzung starben mindestens zehn Menschen und einige Elefanten. Malawis Regierung war nun gezwungen zu handeln. Ursprüngliche Pläne, alle Elefanten abzuschießen, wurden fallen gelassen, nachdem der IFAW seine Unterstützung bei der Umsiedelungs-aktion zusicherte.

„Malawis Regierung hat eine tierfreundliche und pragmatische Haltung eingenommen,“ kommentiert Jason Bell-Leask, Leiter des IFAW-Regionalbüros im südlichen Afrika. „Durch die Umsiedelung ins Majete-Schutzgebiet kann dieser brisante Mensch-Tier Konflikt gelöst werden.“

Das Majete Schutzgebiet liegt etwa 250 Kilometer südlich vom Malawisee und ist komplett eingezäunt. Der Umzug kostet pro Elefant etwa 2.000 Euro. Der IFAW finanziert den Fang und Transport der Tiere.

„Die Operation wird mehrere Wochen dauern. Zunächst werden kleinere Familiengruppen betäubt und nach Majete transportiert,“ so Bell-Leask weiter. „Gegen Ende Juni sollen dann die Elefantenbullen gefangen werden.“

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