Heute startet Kanadas Jagd auf 280.000 Sattelrobben

Montag, März 23, 2009
Charlottetown, Kanada
Heute beginnt die kommerzielle Robbenjagd im Golf von St. Lorenz an der Ostküste Kanadas. 280.000 Sattelrobben hat die Regierung zum Töten freigegeben. Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) ist mit einem Team vor Ort, um die Jagd zu dokumentieren.

Kandas Robbenjagd ist die größte Jagd auf Meeressäuger weltweit. Die Jungtiere dürfen getötet werden, sobald sie ihr weißes Fell wechseln; dies passiert ungefähr im Alter von drei Wochen.

„Es ist völlig absurd, dass die kanadische Regierung an dieser Jagd festhält,“ so Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW. „Während in Europa und Kanada der Widerstand gegen die Robbenjagd immer massiver wird, die Märkte für Robbenfelle einbrechen und die Preise sinken, macht Kanada einfach weiter wie bisher. Es ist offensichtlich, dass hier Politik entscheidet und nicht gesunder Menschenverstand.“

Wenige Tage bevor in Kanada das Schlachten auf dem Eis beginnt, verkündete die russische Regierung ein Verbot der russischen Robbenjagd im Weißen Meer. Die weltweite Ablehnung kommerzieller Robbenjagden hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Das Europäische Parlament wird in Kürze über ein EU-weites Handelsverbot für Robbenprodukte abstimmen.

„Die Welt wird auch in diesem Jahr die Bilder der Jagd sehen und ich bin sicher, die Aufnahmen sprechen für sich,“ so Sonntag. „Die Grausamkeit dieser Jagd kann man nicht verleugnen.“

Die Robbenjagd findet unter hohem Konkurrenzdruck und schwierigen Wetterbedingungen statt: bewegliches Eis, starker Wind, eisige Temperaturen. Unter solchen Umständen ist es nicht möglich, Tierschutzstandards einzuhalten – wie beispielsweise sicherzustellen, dass die Tiere tot sind, bevor ihnen das Fell abgezogen wird.

In den letzten vier Jahren ließ die kanadische Regierung über eine Million Sattelrobben töten. Selbst Wissenschaftler des kanadischen Fischereiministeriums sagen, dass die diesjährige Quote den Regierungsplan zur Bestandserhaltung außer Acht lässt und die Population um 30 Prozent dezimieren wird.

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