Elefanten-Wilderei nimmt zu

Dienstag, Februar 24, 2009
Nairobi
Die Wilderei von Elefanten hat 2008 um 60 Prozent gegenüber 2007 zugenommen, so die kenianische Wildtier-Behörde KWS (Kenya Wildlife Service). Im berühmten Tsavo Nationalpark erlegten Wilderer fünf Elefanten in den letzten sechs Wochen. Aus dem an die Serengeti grenzenden Amboseli Park berichten Forscher von vier gewilderten Elefanten allein im Januar und Februar 2009.

„Seit dem einmaligen Verkauf von Elfenbein aus Lagerbeständen im südlichen Afrika letztes Jahr müssen wir einen rasanten Anstieg der Wilderei auf Elefanten beobachten,“ berichtet Jonathan Kirui, stellvertretender Direktor des Tsavo Nationalparks.

Im November 2008 hatten Südafrika, Botsuana, Namibia und Zimbabwe insgesamt 102 Tonnen Elfenbein aus Lagerbeständen legal verkauft. Das entspricht Stoßzähnen von mehr als 10.000 Elefanten. Ein Beschluss des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens (WA oder englisch CITES) 2007 hatte den Verkauf erlaubt.

„Es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen dem Verkauf von Elfenbein aus Lagerbeständen und dem Anstieg der Wilderei,“ sagt Andreas Dinkelmeyer, Pressesprecher des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). „Die Situation afrikanischer Länder mit weniger Schutzmöglichkeiten für Elefanten als in Kenia ist wahrscheinlich schlimmer. Es bestätigt sich wieder einmal: Jeglicher Elfenbeinhandel, auch der legale, ist eine Gefahr für alle Elefanten.“

Nach Erkenntnissen des KWS verkaufen die Wilderer das Elfenbein für etwa 38 US-Dollar pro Kilo, im Jahr zuvor war der Preis nur halb so hoch. Auf dem internationalen Schwarzmarkt wird das weiße Gold für 850 US-Dollar verkauft.

Kenias größte Elefantenpopulation mit etwa 11 700 Tieren lebt im Tsavo Nationalpark. Seit 2005 unterstützt der IFAW den Park mit 1,25 Millionen US-Dollar in einem Fünfjahresplan. Mit den Geldern wird die Infrastruktur verbessert, Schutzmaßnahmen für die Tiere unterstützt, Lösungen für Mensch-Tier Konflikte umgesetzt und wissenschaftliche Untersuchungen ermöglicht.

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