Lärm lässt Grauwale verhungern

Freitag, Februar 20, 2009
Moskau
Gas- und Ölförderung vor Sachalin gefährdet die Population der extrem seltenen Westpazifischen Grauwale. Schätzungsweise leben weltweit nur noch 130 dieser sanften Riesen. Nun schlagen Experten Alarm: im Sommer 2008 sichteten Wissenschaftler deutlich weniger Tiere als in den vergangenen Jahren.
Die Wale finden ihre Nahrung beinahe ausschließlich in direkter Nachbarschaft der Öl- und Gasplattformen nordöstlich der Halbinsel Sachalin an der Paztifikküste Russlands. Es sind die einzig bekannten Nahrungsgründe der Westpazifischen Grauwale.

„Die Unternehmen und Russland müssen sofort handeln,“ fordert Dr. Ralf Sonntag, Meeresexperte vom IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). „Sie stehen in der Verantwortung, das Überleben dieser Art nicht zusätzlich zu gefährden.“

Vor Sachalin beuten mehrere Unternehmen, darunter Gazprom, Exxon, BP und Shell, die vorhandenen Öl- und Gasvorkommen aus. Besonders kritisch sind die seismischen Untersuchungen nach weiteren Öl- und Gasvorkommen und Bauarbeiten für die Errichtung von Förderplatt-formen.

„Es ist bekannt, dass seismische Untersuchungen das Nahrungsverhalten von Walen stört,“ erläutert Dr. Ralf Sonntag weiter. „Für die Grauwale ist das fatal, müssen doch gerade die letzten 23 reproduktionsfähigen Weibchen der Population ungestört fressen können, damit sie ihre Jungen erfolgreich aufziehen können.“

Die Wissenschaftler und der IFAW fordern nun alle seismischen Untersuchungen für 2009 auszusetzen.

„Die Wirksamkeit der bisher getroffenen Schutzmaßnahmen für die Wale vor den Schallwellen ist fraglich,“ so Sonntag weiter. „Zusätzlich zu einem Moratorium für seismische Untersuchungen sollte das gesamte Gebiet zu einem Walschutzgebiet erklärt werden.“

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