Schluss mit Elfenbeinhandel bei eBay

Montag, Dezember 29, 2008
Hamburg
Ab dem 1. Januar 2009 verbietet das Internetauktionshaus eBay weltweit den Handel mit Elfenbein auf seinen Seiten. Einzige Ausnahmen sind Klaviere und Möbel mit Elfenbeinteilen, die vor 1900 hergestellt wurden. Innerhalb der EU muss man das Alter dieser Artikel von einem Sachverständigen bescheinigen lassen. Das Verbot bezieht sich auf alle Arten von Elfenbein, also auch auf das beispielsweise von Flusspferden, Narwalen oder Mammuts stammende. Diese Entscheidung ist das Ergebnis intensiver Verhandlungen zwischen dem IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) und eBay.

Der IFAW veröffentlichte im Oktober 2008 eine internationale Studie zum Handel mit geschützten Wildtieren und Wildtierprodukten im Internet. Der Bericht deckte einen schwunghaften und weitgehend höchstwahrscheinlich illegalen Online-Handel auf. 70 Prozent der gesamten fraglichen Angebote fanden die IFAW-Mitarbeiter auf US-Webseiten, weltweit tauchten die meisten Angebote auf den Seiten von eBay auf. Fast 73 Prozent aller gehandelten fraglichen Artikel waren aus Elefanten-Elfenbein.

„Der illegale Handel mit Wildtieren im Internet stellt eine unmittelbare Bedrohung für viele geschützte Arten dar,“ so Robert Kless vom IFAW. „Als größtes Internetauktionshaus stellt eBay sich damit seiner Verantwortung für den Artenschutz und setzt ein deutliches Signal für andere Online-Händler, diesem blutigen Geschäft kein Forum zu bieten.“

Der internationale Wildtierhandel ist ein Riesengeschäft, das von Interpol mit mehreren Milliarden US-Dollar jährlich beziffert wird. Über 20.000 Elefanten fallen jedes Jahr Wilderern zum Opfer, um den illegalen Elfenbeinmarkt zu beliefern. Der internationale Handel mit Elfenbein ist seit 1989 illegal, von wenigen Ausnahmen abgesehen.

Der IFAW wird die Internetseiten von eBay auch in Zukunft intensiv beobachten, um zu überprüfen, ob das Verbot auch umgesetzt und kontrolliert wird.

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Robert Kless
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