Elfenbeinschmuggel ein Kavaliersdelikt in Japan?

Dienstag, August 14, 2007
Osaka
Ein japanisches Gericht hat den schlimmsten Elfenbeinschmuggler des Landes zu einer milden Strafe von einem Jahr auf Bewährung und umgerechnet ca. 6.700 Dollar Geldstrafe verurteilt. Er hatte im August 2006 versucht, drei Tonnen illegales Elfenbein ins Land zu schleusen. Die Ladung im Wert von etwa 8,4 Millionen Dollar ist der bisher größte Fund von illegalem Elfenbein, den japanische Behörden je beschlagnahmt haben.
Innerhalb der japanischen Regierung ist nun eine Diskussion darüber entstanden, was mit dem Elfenbein geschehen soll. Artenschutzorientierte Länder zerstören beschlagnahmte Waren besonders geschützter Tierarten, denn wenn das Schmuggelgut erst einmal auf dem Markt landet, steigert es die Nachfrage und erhöht die Wilderei. Vertreter des japanischen Handelsministeriums würden das Elfenbein aber lieber verkaufen. Dies ist jedoch laut Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) verboten. Das Handelsministerium will sich nun mit dem CITES-Sekretariat über das weitere Vorgehen beraten.
„Der illegale Handel kostet jedes Jahr 20.000 Elefanten das Leben“, so Peter Pueschel vom IFAW (Internationaler Tierschutzfonds). „Bei so geringen Strafen verwundert es nicht, dass die Wilderei weiter zunimmt. Es gibt ja kein Risiko für die Kriminellen, über solche Strafen lachen die nur. Aber die japanische Justiz gefährdet mit solchen Urteilen auch Menschen. Jährlich werden in Afrika etwa 100 Ranger von Wilderern getötet. Wenn japanische Gerichte die Gefährlichkeit des illegalen internationalen Handels derart herunterspielen, motivieren sie die Wilderer, mit ihrem blutigen Handwerk weiterzumachen.“

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