Niederlande verbieten Handel mit Robbenprodukten

Donnerstag, Juli 19, 2007
Den Haag
Die niederländische Regierung erlässt ein nationales Handelsverbot für Robbenprodukte. Betroffen sind alle Artikel von Sattelrobben und Klappmützen, den einzigen Arten, die in den Niederlanden auf dem Markt sind. Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) arbeitet seit Jahren europaweit an der Einführung solcher Gesetze und begrüßt diese Entscheidung.
Die Regierung veröffentlichte den Beschluss am 17. Juli 2007 im „States Journal“, dem offziellen Organ der niederländischen Gesetzgebung. Nach der Sommerpause wird das Gesetz offiziell erlassen. Damit sind die Niederlande nach Belgien das zweite europäische Land, das ein Handelsverbot für Robbenprodukte einführt. Deutschland und Österreich arbeiten derzeit an Gesetzesvorlagen.

„Das niederländische Handelsverbot sendet ein starkes Signal an die kanadische Regierung: Die EU-Staaten und deren Bürger wollen mit der grausamen Robbenjagd nichts zu tun haben,“ so Dr. Ralf Sonntag, Direktor des deutschen IFAW-Büros. „Wir hoffen, dass auch Deutschland nun zügig das angekündigte Handelsverbot erlassen wird und dass viele Länder dem Beispiel von Belgien und den Niederlanden folgen werden. Unser Ziel ist die Schließung des gesamten EU-Marktes.“

In Europa ist im vergangenen Jahr die Opposition gegen die kanadische Robbenjagd gewachsen. Das EU-Parlament forderte die EU-Kommission im September 2006 auf, ein europaweites Handelsverbot für Robbenprodukte auf den Weg zu bringen. Am 19. Oktober beauftragte der deutsche Bundestag die Regierung, bis zur Einführung einer EU-Regelung ein nationales Im- und Exportverbot zu erlassen. Im Januar 2007 verabschiedete das belgische Parlament ein entsprechendes Gesetz und im April beschloss der österreichische Nationalrat die Einführung eines Handelsverbots. 

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