Japan sperrt sich weiter gegen Schutz

Freitag, Juni 1, 2007
Anchorage/Alaska
Die Signale, die Wal-Schützern zu Beginn der Jahreskonferenz der Internationalen Walfang-Kommission (IWC) Anlass zu Hoffnung gaben, haben getrogen. Der Durchbruch fand nicht statt. Bilanz der Konferenz in Anchorage/Alaska, an der 77 Länder teilnahmen: Der Schutz der Wale steckt weiterhin fest. Japan wird seinen Walfang weiter ausbauen. Von dem Vorhaben, in diesem Jahr nun auch 50 Buckelwale zu töten, ließ es sich nicht abbringen.
„Wie auch schon in der Vergangenheit scheint es Japan egal zu sein, was bei internationalen Konventionen gefordert bzw. beschlossen wird. Die angestrebte Jagd auf die Buckelwale öffnet eine neue Dimension ihres pseudowissenschaftlichen Walfangs. Hier sollen jetzt auch hochgefährdete Populationen gejagt werden“, sagt Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe und Direktor von IFAW Deutschland. „Glücklicherweise konnte der Vorstoß verhindert werden, in Japan einen kulturell begründeten Walfang einzuführen.“
 
Die Lager der Walfang-Befürworter und der Walfang-Gegner stehen einander unversöhnlich gegenüber. Das zeigte sich immer wieder bei den Abstimmungen. Dem Antrag Brasiliens und acht weiterer Länder Südamerikas, den Südatlantik zu einem Wal-Schutzgebiet zu erklären, stimmten zwar 39 Staaten zu (bei 29 Nein-Stimmen und 3 Enthaltungen). Er erreichte aber nicht die erforderliche Dreiviertel-Mehrheit. Der japanische Block verhindert jegliche Schutzmaßnahmen.
 
Zwei Resolutionen, die das führende Walfang-Land Japan und vor allem den sogenannten „Wissenschaftlichen Walfang“ durch Japan im Visier hatten, konnten zwar verabschiedet werden, aber Japan und der Block seiner Unterstützer-Länder waren der Abstimmung fern geblieben.
 
Naoko Funahashi von IFAW Japan: „Damit wollte sich Japan vor der zu erwartenden Niederlage verstecken. Aber wo kommen wir und vor allem die IWC hin, wenn ein Land die Teilnahme verweigert, nur weil ihm das mögliche Abstimmungsergebnis nicht passt.“
  
Zustimmung gab es für die Fünfjahresquoten auf dem Sektor des  Eingeborenen-Walfangs. Danach dürfen die Ureinwohner Alaskas im Zeitraum 2008 bis 2012 insgesamt 280  Grönlandwale fangen, die Sibiriens 620 Grauwale. St. Vincent und die Grenadinen in der Karibik dürfen 20 Buckelwale töten.
 
Grönland, das bisher eine Fünfjahresquote von rund 200 Zwerg- und Finnwalen hat, möchte die Anzahl und Arten ausweiten: auf Buckel- und Grönlandwale. Darüber gab es heftige Debatten. Ergebnis: Grönland darf jedes Jahr 200 Zwerg- und 19 Finnwale fangen, zusätzlich 2 Grönlandwale. Für Buckelwale erhielt es keine Genehmigung.
 
Zum Abschluss appellierte eine Resolution an die in der nächsten Woche  in Den Haag stattfindende Konferenz des Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens, beim Walschutz standhaft zu bleiben. Japan hat dort den Antrag gestellt, das Verbot für den internationalen Handel mit Walfleisch aufzuheben.

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