Österreich stimmt gegen den Handel mit Robbenprodukten

Dienstag, April 24, 2007
Wien
Heute entscheidet der österreichische Nationalrat über einen Antrag aller fünf Parteien auf ein nationales Handelsverbot für alle Robbenprodukte. Da im Umweltausschuss am vergangenen Freitag alle Fraktionen den ursprünglich von den Grünen eingebrachten Entschließungsantrag übernahmen, gilt es als sicher, dass dieser heute einstimmig verabschiedet wird. Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) engagiert sich seit Jahren für die Einführung nationaler Handelsverbote, besonders in Europa.
Nach Kroatien, Italien, Belgien, den Niederlanden und Deutschland ist Österreich nun das sechste europäische Land, das ein nationales Handelsverbot auf den Weg bringt. Der österreichische Umweltminister Josef Pröll (ÖVP) versprach, sich auch auf EU-Ebene für ein Handelsverbot stark zu machen. Auch in den USA und Mexiko existieren bereits entsprechende Gesetze.
 
Jahrzehntelange, weltweite Proteste konnten die kanadische Regierung nicht davon abbringen, alljährlich das brutale Abschlachten von mehr als 300.000 jungen Sattelrobben zu erlauben. Daher reagieren viele Regierungen nun ihrerseits mit Handelsverboten, um die Absatzmärkte zu schließen und ein deutliches Signal an Kanada zu senden.
„Nationale Handelsverbote sind das stärkste Mittel, das die europäischen Regierungen haben, um der grausamen Robbenjagd ein Ende zu machen,“ so Dr. Ralf Sonntag, Direktor des deutschen IFAW-Büros. „Unsere bisherigen Erfolge sorgen bei den kanadischen Behörden für große Nervosität. Kanada muss endlich begreifen, dass ein solches  Massaker in einer modernen Welt keinen Platz hat.“ Veterinärmedizinische Untersuchungen des IFAW hatten beispielsweise ergeben, dass ein Großteil der Tiere lebendig gehäutet wird.
 
Auch in diesem Jahr betrug die Jagdquote 270.000 Tiere, und das obwohl der Lebensraum der Robben inzwischen durch die Klimaerwärmung stark bedroht ist. Derzeit ist die Jagd unterbrochen, da fast alle Robbenjäger mit ihren Schiffen im Eis eingeschlossen sind. Sobald sich die Lage entspannt, wird die Jagd vermutlich wieder aufgenommen, um die Quote zu erfüllen. Mindestens 177.000 Robben wurden bereits getötet. 

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Pressekontakt

Dörte von der Reith (IFAW, Germany)
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