Im Südosten Brandenburgs hat eine Wölfin Revier bezogen

Montag, Februar 5, 2007
Neustadt/Spree
Im Südosten Brandenburgs hat eine Wölfin seit Monaten ihr festes Revier zwischen der A 15 und Bad Muskau. Dies zeigen einerseits Aufnahmen aus vier Fotofallen, die dort aufgebaut sind und die vom IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) mitfinanziert wurden, und andererseits Spurenkartierungen, die der IFAW unterstützt.
Noch hat die Wölfin keinen Partner gefunden. Aber die Ranzzeit hat begonnen. Weitere Kartierungen erfassen, ob sich ein Rüde einstellt.

„Mit etwas Glück könnten wir bald ein festes Rudel auch in Brandenburg haben. Es ist wünschenswert, dass das Land Brandenburg schon jetzt mit derselben Intensität Maßnahmen für den konsequenten Schutz der Wölfe ergreift, wie es das Land Sachsen erfolgreich getan hat,“ erklärt Robert Kleß von IFAW Deutschland.

Die Rückkehr der Wölfe in ihre früheren Lebensräume in Deutschland begann bald nach der Wiedervereinigung, die den Tieren strengen gesetzlichen Schutz auch in Ostdeutschland brachte. Zuerst ließen sie sich auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz (Ostsachsen) nieder. Im Jahr 2000 gab es zum ersten Mal Nachwuchs.

Inzwischen haben sich in dieser Region zwei Rudel etabliert. Sie bestehen derzeit aus jeweils zwei Elterntieren, ein bis drei Jährlingen und sechs bzw. sieben Welpen aus dem letzten Frühjahr.

Wenig bekannt ist, was mit den Jungwölfen passiert, die ihr Rudel verlassen. Wohin wandern sie? Der nächstgelegene Raum mit idealen Voraussetzungen ist der Süden Brandenburgs.

Deshalb ist dort auch das Wildbiologische Büro LUPUS von Gesa Kluth und Ilka Reinhardt tätig. Mit finanzieller Unterstützung des IFAW kartieren sie Hinweise auf Wölfe und beobachten den Verlauf der Etablierung.

Die natürliche Rückkehr der Wölfe fördert der IFAW seit 2001. Er stellt Mittel für begleitende Forschung und für Öffentlichkeitsarbeit bereit. So gab der IFAW in Zusammenarbeit mit Gesa Kluth und dem Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft das Faltblatt „Wölfe vor unserer Haustür“ heraus, das Antworten auf alle wichtigen Fragen gibt. Es ist ein Renner: Bisher wurden 50.000 Exemplare verteilt.

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