Europarat fordert ein Handelsverbot

Freitag, November 24, 2006
San Marino
Der Europarat fordert seine Mitgliedsstaaten auf, ein Handelsverbot für alle Robbenprodukte zu erlassen. Vor allem kritisiert er die inhumanen Tötungsmethoden der kommerziellen kanadischen Robbenjagd.
„Europa hat in letzter Zeit deutliche Zeichen gesetzt. Das sind verschiedene nationale Initiativen, der Beschluss des Europaparlaments und nun des Europarats. Es ist deutlich, wir Europäer wollen mit dem grausamen Gemetzel auf Kanadas Eis nichts zu tun haben,“ erklärt Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe und Leiter von IFAW Deutschland (Internationaler Tierschutz-Fonds).

Der Bundestag hatte am 19. Oktober die Bundesregierung einstimmig aufgefordert, ein nationales Handelsverbot zu erlassen und auf ein gesamteuropäisches Verbot hinzuarbeiten. Ähnliche Bestrebungen bestehen in Italien, Belgien und den Niederlanden. In den USA, Mexiko und Kroatien gibt es bereits Handelsverbote für Robbenprodukte.

„Millionen Menschen in Deutschland wollen das Ende dieser grausamen Jagd sehen und warten ungeduldig darauf, dass Minister Seehofer in dieser Sache aktiv wird,“ so Sonntag weiter. „Leider haben wir von Seehofer bisher nicht erfahren, wie er hier weiter vorzugehen gedenkt. Wir hoffen, dass es sehr bald zu einem Verbot kommt.“
Der Europarat, gegründet 1949, besteht aus 46 Ländern. Darunter sind alle Mitgliedsländer der Europäischen Union sowie 21 weitere Staaten aus Zentral- und Osteuropa.

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