Japans Walfangflotte läuft aus

Mittwoch, November 15, 2006
Shimonoseki, Japan
Japans Walfangflotte lief heute Morgen aus, der Auftakt zu einer neuen Walfangsaison auf der südlichen Halbkugel. Sechs Schiffe nehmen Kurs auf das Meeresschutzgebiet des Südpolarmeers. Dort sollen die Walfänger die selbst gesetzte Quote von 935 Zwergwalen und 10 der gefährdeten Finnwale erlegen.
Japans Walfangflotte beginnt die Jagd nur kurz nachdem Island den kommerziellen Walfang am 17. Oktober wieder aufgenommen hatte. Nach 20 Jahren fingen isländische Walfänger sieben Finnwale und einen Zwergwal, ohne eine Aussicht, das Walfleisch verkaufen zu können.

„Nicht einmal Japan wollte das Walfleisch aus Island haben wegen der Übersättigung des eigenen Marktes,“ erklärt Dr. Ralf Sonntag, Meeresbiologe und Leiter des IFAW-Deutschland (Internationaler Tierschutz-Fonds). „Nun ziehen die Japaner aus, für denselben Markt weiteres Walfleisch zu fangen. Ein sinnloser und qualvoller Tod erwartet diese Meeressäuger“.

IFAW Experte Vasili Papastavrou analysierte Filmaufnahmen der letztjährigen Jagd auf Zwergwale, die Greenpeace zur Verfügung gestellt hatte. Das Ergebnis: Die Tiere leiden extrem lange. Weniger als ein fünftel der gefilmten Wale starb sofort. Die restlichen Meeressäuger wurden durch die Harpunen fürchterlich verwundet, aber nicht getötet. Diese Tiere ertranken nach einem langen Todeskampf.

1986 hatte die Internationale Walfang-Kommission (IWC) wegen schwindender Walbestände ein weltweites Verbot des Walfangs erlassen. Trotzdem erlegte Japan weiter Wale, angeblich für die Wissenschaft. Allein während der Saison 2005/2006 auf der südlichen Halbkugel mussten 853 Zwergwale und 10 Finnwale sterben. Die Jagd auf der Nordhalbkugel ist bisher noch nicht beendet.

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