IFAW kritisiert Robben-Massaker in Namibia

Mittwoch, August 2, 2006
Kapstadt
Als „grausam und sinnlos“ kritisiert der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) das alljährliche Robben-Massaker in Namibia. Bis November dieses Jahres sollen nach Maßgabe der Regierung 6.000 Seebären-Bullen und 85.000 Jungtiere getötet werden. Die Bullen werden erschossen, die Jungtiere mit Holzlatten erschlagen.
Die Robbenjagd in Namibia ist die zweitgrößte nach der kanadischen, der jedes Jahr mehr als 300.000 Tiere zum Opfer fallen. Die Regierung Namibias rechtfertigt das Massaker mit der Behauptung, die Seebären bedrohten die Existenz der heimischen Fischerei.
 
Dagegen verweist der IFAW auf wissenschaftliche Studien, denen zufolge der Rückgang von Fischbeständen auf Überfischung zurückzuführen ist. 
 
Der Südafrikanische Seebär (Arctocephalus pusillus) lebt vor und an den Küsten des südlichen Afrika: in Namibia, Südafrika und Angola. Die gesamte Population wird auf 1,5 bis 2 Millionen Tiere geschätzt. Auf Namibia entfällt knapp die Hälfte. 
 
Die Regierung Namibias erhöhte die Quote für Jungrobben von 60.000 im Jahr 2005 auf jetzt 85.000. Das sind 79 Prozent der in diesem Jahr geborenen 108.000 Seebärenjungen. Diese Quote löst nicht nur bei Tier- und Naturschützern weltweit Proteste aus. Auch im eignen Land stößt sie auf großes Unverständnis.
 
Um 1900 standen die Südafrikanischen Seebären schon einmal kurz vor der Ausrottung, nachdem sie für den Pelzmarkt übermäßig bejagt worden waren.

Post a comment

Pressekontakt

Ulrich Schnapauff (IFAW, Germany)
Telefon:
+040-5554434
E-Mail: