IFAW einigt sich mit US-Marine auf Schutzmaßnahmen für Wale

Montag, Juli 10, 2006
Hamburg
Tier- und Naturschutzorganisationen haben sich mit den US-Militärs auf einen Kompromiss geeinigt über den geplanten Einsatz des umstrittenen Mittelfrequenz-Sonars bei einem Manöver bei Hawaii. Das Sonar steht im Verdacht, sich auf Wale und Delphine schädigend auszuwirken.
Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) und der NRDC (Nature Recource Defense Council) verständigten sich mit der Marine auf folgende Übereinkunft: Während des Manövers wird auf allen Schiffen nach Meeressäugern Ausschau gehalten. Vor und während des Einsatzes der Sonargeräte muss die Marine durch Luftüberwachung nach Walen und anderen Meeressäugern suchen. Zudem dürfen die Militärs den Sonar nur mit einem Mindestabstand von 46 Kilometern zu einem Meeresschutzgebiet bei Hawaii einsetzen.

Letzte Woche hatten der IFAW und der NRDC bei einem Bundesgericht eine einstweilige Verfügung gegen den Einsatz des Sonars erreicht. Die Marine hatte sofort Beschwerde eingelegt.

„Unsere Chancen, das Verbot bei dem Berufungsgericht aufrecht zu erhalten, waren nach Meinung unserer Rechtsberater gering,“ erklärt Greg Wetstone, Leiter des IFAW-Büros in Washington. „Mit dem Kompromiss haben wir für das jetzige Manöver immerhin einigen Schutz für die Wale erreicht. Natürlich werden wir uns weiter dafür einsetzen, dass die Sonar-Technologie ohne Schaden für Meeressäuger angewandt wird. Die entsprechende Klage läuft noch, sie ist von dieser Übereinkunft nicht berührt.“

Mittel- und niederfrequenter Sonar wird benutzt, um frühzeitig U-Boote aufzuspüren. Dazu werden sehr starke Impulse ausgesendet, die bei Walen zu Orientierungslosigkeit, inneren Blutungen oder sogar zum Tod führen können. Mehrere Massenstrandungen von Walen sind mit Manövern in Zusammenhang gebracht worden, bei denen die Marine Sonar eingesetzt hatte.

In den letzten Jahren war es nach Manövern unter anderem bei den Kanarischen Inseln, der Hawaii-Insel Kauai und bei den Jungferninseln zu Strandungen innerlich schwer verletzter Wale und Delphine gekommen.

Post a comment

Pressekontakt

Andreas Dinkelmeyer (IFAW, Germany)
Telefon:
+040-866 500 15
Mobiltelefon:
+0173 – 622 75 39
E-Mail: