Schlange, Elefant und Koralle sollen zuhause bleiben

Dienstag, Juli 4, 2006
Hamburg
„Kein Tier als Urlaubs-Souvenir“, diese Aufforderung richtet der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) zu Beginn der Feriensaison an die deutschen Urlauber.
Die Statistik des Bundesamtes für Naturschutz zeigt das Ausmaß des Handels. Jedes Jahr registrieren die Behörden die Einfuhr von mehr als 100.000 geschützten Tieren oder Tierteilen. „Häufig werden derartige Reisemitbringsel an den Urlaubsorten ganz offen auf den Märkten oder am Strand verkauft,“ erklärt Robert Kleß, Kampagnenleiter beim IFAW Deutschland. "Dadurch kommen viele Menschen gar nicht auf die Idee, dass der Kauf solcher Mitbringsel für viele Tierarten eine massive Bedrohung darstellt."

Viele dieser Arten stehen bereits unter dem strengen Schutz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA, englisch CITES). Das Mitbringen von Produkten, die aus geschützten Tieren hergestellt wurden, ist somit verboten oder erfordert besondere Genehmigungen. Verstößt der Reisende wissentlich oder unwissentlich gegen diese Regelungen, erwarten ihn hohe Geld- oder sogar Gefängnisstrafen.

Solche Produkte sind Elfenbeinschnitzereien, Riesenmuscheln, Korallen-schmuck, Brillengestelle aus Schildkrötenpanzer (Schildpatt), Handtaschen oder Schuhe aus Reptilienleder, Pelze und Felle, präparierte oder ausgestopfte Tiere oder gar lebende Exemplare wie Papageien, Vogelspinnen oder Reptilien als exotische Haustiere.

Mit Postern und Informationsmaterial wirbt der IFAW für einen rücksichtsvollen Souvenirkauf. Die Faltblätter verbreiten mehrere Reiseveranstalter für den IFAW und können auch kostenfrei beim IFAW bezogen werden. An den Flughäfen von Berlin, Bremen, Dresden, Hamburg und Münster/Osnabrück veranschaulichen Exponate in IFAW-Vitrinen, welche Souvenirs gemieden werden sollten.

"Viele Leute glauben, dass hinter dem Handel mit derartigen Produkten kriminelle Banden stecken. Aber in Wirklichkeit geht weit mehr als die Hälfte der Zigtausende jährlich beschlagnahmter Produkte auf das Konto von Touristen" erläutert Kleß.

Der IFAW rät den Reisenden, anstelle von Urlaubs-Souvenirs aus Tieren lieber landestypisches Kunsthandwerk aus unproblematischen Materialien zu erwerben.

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