Warmer Winter gefährdet Robbenbestände in Kanada

Dienstag, Februar 14, 2006
Ottawa
Infolge des warmen Winters hat sich an der kanadischen Ostküste kein oder nur wenig Eis gebildet. Deshalb hat der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) die neu amtierende konservative Regierung in Ottawa aufgefordert, die im Frühjahr stattfindende kommer-zielle Robbenjagd abzusagen. Sie würde die Sattelrobben-Bestände gefährden.
„Sattelrobben brauchen stabiles Eis, um ihren Nachwuchs zur Welt zu bringen und aufzuziehen. Wenn sich kein oder nur dünnes Eis bildet, wirkt sich dies auf die Neugeborenen dramatisch aus – für viele bedeutet es den Tod: Sie ertrinken,“ erklärt der renommierte kanadische Meeresbiologe David Lavigne, der seit 30 Jahren über Sattelrobben arbeitet.
 
„Wenn zu dem Mangel an Eis noch die Jagd hinzukommt, könnte dies zum Verlust fast des gesamten Nachwuchses führen,“ so Lavigne, der wissenschaftlicher Berater des IFAW ist. „Deshalb ist umsichtiges Handeln geboten.“
 
Meteorologen sehen mittel- und langfristig keine Änderung des warmen Klimas. Warme Winter hat es in Kanada im vergangenen Jahrzehnt mehrfach gegeben, zuletzt 2002. Wissenschaftler der kanadischen Regierung schätzen, dass in dem Jahr 75 Prozent des Nachwuchses nicht überlebte.
 
„Die Regierung nimmt immer für sich in Anspruch, dass sie Fischerei und Robbenjagd nach dem Vorsorgeprinzip managt. Nach den Debakeln der Liberalen über Jahre hinweg hat die neue Regierung jetzt die Chance, sich als konservativ im Wortsinn zu erweisen,“ sagt Olivier Bonnet, Leiter von IFAW Kanada.

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